Wintercamping – Zeltaufbau im Schnee. Kälte und schlechtes Wetter fordern Mensch und Material etwas mehr ab als in der wärmeren Jahreszeit.

Im Winter muss man sich auf seine Ausrüstung verlassen können und dazu taugen irgendwelche Billigzelte definitiv nicht! – Für das Wintercamping benötigt man schon ein handfestes 4-Jahreszeiten Zelt aus qualitativ hochwertigen Materialien und ausgeklügelten Details, wie zum Beispiel das Exped Sirius 2 Extreme, welches vom Outdoormädchen erst kürzlich genauer unter die Lupe genommen wurde. Bei der Zeltwahl sollte man darauf achten, daß das Zelt sehr windstabil ist und die Gestänge der Last von nassem Schnee standhalten. Vor allem die Gestänge von Kuppel- und Geodät Zelten sind dafür ausgelegt. Zusätzlich sollte man das Augenmerk auf eine große Apsis werfen: Schließlich möchte man ja bequem darin kochen und zusätzliche Ausrüstung verstauen können. Die Lüftungslöcher des Zeltes sollten so hoch angebracht sein, daß sie auch bei starkem Schneefall noch genügend Luftzufuhr bieten. Sonst entsteht sehr schnell Feuchtigkeit im Inneren des Zeltes, die einem dann in die Kleidung kriecht. – Das ist vor allem morgens sehr unangenehm! Nicht vergessen: Beim Wintercamping gehört eine Schneeschaufel ins Gepäck!

 

Da man beim Wintercamping wesentlich mehr Ausrüstung benötigt, ist es für den eigenen Komfort sehr wichtig ein größeres Zelt als im Sommer zu wählen. Einen sehr schönen Artikel über die benötigte Ausrüstung und die Wahl des richigen Schlafsacks für das Zelten im Winter findet ihr bei Alex von Bergreif. Man sollte mit seiner Ausrüstung vertraut sein und den Zeltaufbau bei Wind und Kälte sicher beherrschen. Schnee kann sehr unterschiedliche Konsistenzen haben, deshalb erfordert der Zeltaufbau verschiedene Vorgehensweisen. Handelt es sich um losen Pulverschnee, gräbt man zunächst eine kleine Grube und stampft den Schnee mit den Schneeschuhen oder Skiern schön fest. Da das Zelt nun tiefer steht, bietet man dem Wind weniger Angriffsfläche und verleiht dem Zelt damit zusätzliche Stabilität. Die Grube sollte aber keinesfalls tiefer als die halbe Höhe des Zeltes sein, da sonst die Gefahr besteht, daß Eingänge und Apsiden vollständig eingeschneit werden. Ist der Schnee richtig hart, lässt sich das Zelt wie im Sommer aufstellen und abspannen. Bei starkem Wind baut man zum Schutz einen Schneewall aus Schneeblöcken oder durch Aufschaufeln von Schnee.

Ist der Platz gut präpariert beginnt der Aufbau. Das Abspannen des Zeltes verläuft eigentlich wie in der warmen Jahreszeit, nur nutzt man breitere Schneeanker, bzw. Schneeheringe. In festem Schnee können diese wie normale Heringe eingesetzt werden, handelt es sich um Pulverschnee, werden die Heringe wie T-Anker (also im 90° Winkel zur Abspannleine) im Schnee vergraben und festgetreten. Zum Spannen der Leinen eignen sich z. B. auch Skier und Stöcke.

Steht das Zelt, hebt man im Eingangsbereich einen Kältegraben aus. So gelangt kein Schnee ins Zelt und man kann ganz bequem, wie auf einer Bank sitzen. Zusätzlich fällt die kalte Luft in den tiefsten Punkt und somit wird der Schlafplatz wärmer!

Viel Spaß beim Wintercamping!

Sehr anschauliches Video von Hilleberg zum Zeltaufbau im Winter

Wintercamping – Zeltaufbau im Schnee
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