Eine kulturelle und aussichtsreiche Stadtwanderung durch das wunderschöne Freiburg im Breisgau.

Zum Wandern muss man nicht immer raus in die Natur gehen oder Höchstleistungen erbringen – Stadtwandern ist auch eine tolle Sache! Bei dieser Form des Wanderns kommt auch kulturell Interessierte nicht zu kurz.

Bei der Anreise mit dem Auto kann Freiburg schon etwas stressig sein, da meist nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. Wer direkt in die Innenstadt möchte, sollte dennoch dem Parkleitsystem folgen und sein Auto in einem der zahlreichen Parkhäuser abstellen. Kostenlos parken kann man auf den Park & Ride Plätzen außerhalb von Freiburg. Von hier gelangt man mit der Stadtbahn dann ganz bequem in die Innenstadt.

Altes und Neues Rathaus

Wir starten unsere Rundtour durch Freiburg direkt auf dem Rathausplatz. Die Stadt Freiburg hat dort Ende des 13. Jahrhunderts ein Gebäude erworben, um Arbeitsräume für den Stadtschreiber einzurichten – das Alte Rathaus. Im 2. Weltkrieg zerstört, wurde es zwischen 1999 und 2002 komplett restauriert und dient heute als Touristeninformation der Stadt Freiburg im Breisgau.

Altes Rathaus Freiburg

Altes Rathaus Freiburg

Direkt daneben steht das Neue Rathaus. 1578 wurde der Gebäudekomplex als Collegium Universititas genutzt und von 1896 bis 1901 zum Neuen Rathaus umgebaut. Auf dem Turm des Dachs befindet sich ein Glockenspiel, das täglich zur Mittagsstunde erklingt.

Neues Rathaus Freiburg

Neues Rathaus Freiburg

Das Haus zum Walfisch

Der Weiterweg führt uns durch die Franziskanergasse mit dem Haus zum Walfisch. Beeindruckend ist der spätgotische Portalerker des Hauses, wo einst der niederländische Humanist Erasmus von Rotterdam lebte.

Das Haus zum Walfisch in Freiburg

Das Haus zum Walfisch

Kaiser-Joseph-Straße Freiburg

Die Franziskanergasse führt direkt zu Freiburgs Flaniermeile. In der Kaiser-Joseph-Straße und den angrenzenden Gassen finden sich zahlreiche Boutiquen, Kaufhäuser und Geschäfte. Aber wir sind ja nicht auf Shoppingtour…

Freiburger Münster und der Münsterplatz

Wir nehmen den Weg durch die Münsterstraße und gelangen so auf kürzestem Weg zum Münsterplatz, dem wohl lebhaftesten Platz der Universitätsstadt. Außer am Sonntag herrscht hier täglich buntes Markttreiben. Ein Treffpunkt für Freiburgs Feinschmecker- und Slow-Food Szene.

Das Freiburger Münster mit dem Münstermarkt

Das Freiburger Münster mit dem Münstermarkt

Auf der Südseite steht das historische Kaufhaus am Münsterplatz. Es wurde 1532 für die städtische Marktverwaltung errichtet und war von 1947 bis 1951 Parlamentsgebäude des Staates Südbaden. Je fünf Wappen unter den Fenstern der beiden Erker zeigen habsburgische Herrschaftsgebiete. Eine Referenz an das Haus Habsburg.

Das historische Kaufhaus am Münsterplatz

Das historische Kaufhaus am Münsterplatz

Das imposante Freiburger Münster mit seinem 116 Meter hohen Turm zählt wohl zu den größten Meisterleistungen gotischer Architektur in Europa. Mit dem Bau des Freiburger Münsters wurde um das Jahr 1200 begonnen. Zunächst im spätromanischen Stil gestaltet, wurde der Bau ab dem Jahr 1230 im neuen Stil der französischen Gotik fortgesetzt. Der Turm war 1330 bereits fertiggestellt und ist somit der einzige noch im Mittelalter erbaute gotische Turm Deutschlands. Aber nicht nur von außen beeindruckt das Freiburger Münster. Das bedeutendste Stück ist sicherlich der von 1512 bis 1516 prunkvoll bemalte Hochaltar von Hans Baldung Grien. Blickfang sind aber die vielen bunten Glasfenster, die aus allen Bauabschnitten des Münsters stammen. Die gotischen Fenster im sogenannten Langhaus sind meist von Handwerkszünften gestiftet, die sich auf Symbolen wie Stiefel, Brezel, etc. wiederfinden.

Spitzenwerke der Glasmalerei im Freiburger Münster

Spitzenwerke der Glasmalerei im Freiburger Münster

Konviktstraße

Durch die malerische Konviktstraße mit ihren vielen mittelalterlichen Gebäuden, Textilhändlern und Boutiquen gelangen wir zum Schwabentor.

Die Konviktstrasse in Freiburg

Die Konviktstrasse

Das Schwabentor

Als Teil einer großen Wehranlage erhielt das Stadttor seinen Namen von einem reichen Schwaben. Der Legende nach wollte dieser die Stadt Freiburg mit seinem Gold kaufen. Seine Frau tauschte aber das Gold auf dem Wagen ganz heimlich durch Steine aus. So wurde der Schwabe unter Spott und Gelächter aus der Stadt gejagt.

Das-Schwabentor

Das Augustinermuseum

Die ehemalige Klosterkirche ist mittlerweile einem modernen Museumsbau gewichen. Hier findet sich eine der schönsten Kunstsammlungen vom Mittelalter bis zum Barock. Durch die Gerberau mit ihren vielen kleinen Geschäften gelangen wir zum Martinstor.

Das Augustinermuseum Freiburg

Das Augustinermuseum

Das Martinstor

Das Martinstor ist der ältere der beiden noch erhaltenen Türme aus Freiburgs Stadtbefestigung. Eine erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1238. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wollten Freiburger Bürger die beiden noch erhaltenen Stadttürme beseitigen lassen. Der damalige Oberbürgermeister hingegen ließ das Martinstor sogar noch ausbauen und um das Dreifache erhöhen.

Der Weiterweg führt uns noch einmal über Freiburgs Einkaufsmeile und durch das Universitätsviertel bis zum Colombipark.

Das Martinstor

Das Martinstor

Colombischlössle Freiburg

Das Colombischlössle steht auf dem Gelände der ehemaligen Freiburger Stadtbefestigung und wurde von der Gräfin Maria Antonia Gertrudis von Zea Bermudez y Colombi als Witwensitz erbaut. In diesem alten Herrenhaus ist auch das Archäologische Museum untergebracht.

Hier beschließen wir unsere Altstadtrunde durch Freiburg im Breisgau und machen uns auf den Weg zum naheliegenden Schlossberg.

Colombischlössle

Colombischlössle

Schlossberg Freiburg

Vom Schlossberg soll man einzigartige Aus- und Weitblicke auf Freiburg haben. Die wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Der Schlossberg hat seinen Namen vom Burghaldenschloss, das die Zähringer dort 1091 erbauen ließen. Am Fuß des Berges entstand zur gleichen Zeit eine Siedlung. Die Zähringer verliehen dieser im Jahr 1120 das Stadt- und Marktrecht. Nach Schleifung der mittelalterlichen Burg in den Jahren 1744/45 blieben nur noch Ruinen zurück.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten auf den Schlossberg zu gelangen. Entweder nimmt man die Schlossbergbahn aus dem Stadtgarten oder man geht zu Fuß. Dank der zahlreichen Wander- und Spazierwege auf dem Schlossberg ist dies sicherlich die schönere Variante.

Wir wollen auf jeden Fall bis hinauf auf den 463 Meter hoch gelegenen Schlossbergturm. Je nach gewählter Aufstiegsvariante kann man hier schon etwas ins Schwitzen kommen. Auf dem Bergrücken der Salzbüchslekuppe angekommen, nehmen wir noch die 153 Stufen auf den etwa 33 Meter hohen Turm in Angriff. Insgesamt hat der Turm drei Aussichtplattformen und die oberste erinnert an eine Art Krähennest. Von hier oben eröffnet sich uns eine fantastische Aussicht auf Freiburg, die Breisgauer Bucht und das Rheintal.

In einem Biergarten, wunderschön an den Hängen des Schlossbergs gelegen, lassen wir einen gelungenen Wandertag in Freiburg ausklingen.

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