Wandern in der Rhön – Vom Grabenhöfchen über Milseburg und Steinwand zur Enzianhütte.

Das Bubenbad, die Sage vom Riesen Mils und die Teufelskanzel an der Steinwand – alle Zeichen stehen also auf eine märchenhafte Wanderung in der Rhön. Der Parkplatz am Grabenhöfchen entlässt uns auf einen Schotterweg, der schnurgerade durch den Wald bis zum Bubenbad führt.

„Ein Dorfhäuptling hatte bereits sieben Töchter als er seine Frau aufforderte, ihm nun endlich einen Sohn zu schenken. Als das Kind zur Welt kam war es wieder ein Mädchen. Voller Angst erzählt die Frau ihrem Mann, es sei ein Junge. Damit ihr Schwindel nicht auffliegt, wäscht sie das Kind nicht im Dorfbrunnen, sondern bittet die Magd das Kind am nahen Teich zu waschen. Am Teich riss der Mann der Magd das Kind aus der Hand. Es war zu einem Jungen geworden. Seitdem heißt der Teich das Bubenbad und der Felsen der Bubenbader Stein.“ Volkskundliche Überlieferung

Wandern in der Rhön - Der Bubenbader Stein

Der Bubenbader Stein in der Rhön

 
Der Waldweg mündet bald in eine offene Wiesenfläche, von wo wir freien Blick auf den gewaltigen Phonolithkörper der Milseburg haben. Die Kuppe umragt das Umland um gute 130 Meter. Wir beginnen den kurzen aber knackigen Anstieg bis zur Kreuzigungsgruppe auf dem Gipfel der Milseburg – von hier hat man definitiv einen der schönsten Ausblicke über die gesamte Kuppenrhön.

Blick auf die Milseburg in der Rhön

Blick auf die Milseburg in der Rhön

 
„Der Riese Mils wollte nicht, dass sich die Menschen taufen liesen. So machte sich der heilige Gangolf mit seinen Rittern auf, um den Riesen zu bezwingen. Weit und breit gab es aber nur eine einzige Quelle und der Bauer verlangte sehr viel Geld für das Wasser. Die Ritter konnten bald kein Geld mehr aufbringen und wussten nicht, wie es weitergehen sollte. Ein letzte Mal schöpfte Gangolf mit seinem Helm aus der Quelle und trug es zu seinen Männern. Dort wo er es verschüttet hatte, entstand der Gangolfsbrunnen und die Quelle des gierigen Bauern versiegte. Nun stürmten die Ritter mutig zur Felsenburg des Riesen, der sich vor lauter Angst und Verzweiflung selbst in den Tod stürzt. Der Teufel, mit dem er im Bunde stand, begrub ihn unter einem gewaltigen Berg von Steinen – der heutigen Milseburg.“ Rhönsage

Blick von der Milseburg zur Wasserkuppe

Blick von der Milseburg zur Wasserkuppe

 
Nach einer ausgiebigen Fotopause und dem Abstieg von der Milseburg beginnt das teerlastige Teilstück unserer Wanderung. Über das Fuldaer Haus gelangen wir zur Steinwand. Wir umrunden diese auf einem urigen Pfad und saugen die Energie dieses fast magischen Platzes in uns auf – hier habe ich das erste Mal echten Fels unter meinen Kletterschuhen gespürt.

 
„Die aus einer zerklüfteten, säulenartigen Felspartie bestehende Steinwand ist eines der bedeutendsten Naturdenkmäler der Rhön. Dem Teufel, der einst dieses Land beherrschte, soll sie einmal als Kanzel gedient haben. Man nennt sie heute noch die Teufelskanzel. Als dann die ersten Christen in die Rhön kamen und die Rhönbewohner zum Glauben bekehrten, ärgerte sich der Teufel darüber. Einmal, als viele Rhönbewohner den Berg bestiegen und zu Gott beteten, ließ der Teufel vor dem Berg eine steile, hohe Wand entstehen. Er verkleidete sich als Geistlicher, stellte sich auf die höchste Erhebung und predigte zu den Leuten. Jedoch sprach er nicht von Gott, sondern von sich selbst. Das Volk erkannte ihn schnell und betete zum Schöpfer. Voller Zorn floh der Teufel aus der Rhön, doch seine Kanzel, die Steinwand steht noch heute.“ Rhönsage

Die Teufelskanzel an der Steinwand Rhön

Die Teufelskanzel an der Steinwand Rhön

 
Über geteerte Wirtschaftswege geht es nun zügig zurück bis zum Grabenhöfchen. Über den grasigen Rücken des Weiherbergs steigen wir zur Enzianhütte auf. Nach einem schmackhaften Klosterbier, das für mich zum Wandern in der Rhön einfach dazugehört, machen wir uns auf den steilen Abstieg hinunter zum Grabenhöfchen.

volle Distanz: 15319 m
Maximale Höhe: 825 m
Minimale Höhe: 563 m
Gesamtanstieg: 607 m
Gesamtabstieg: -627 m
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Sagenhaftes Wandern in der Rhön
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