Marmorberge bei Da Nang

Von 21. Januar 2014 Januar 30th, 2020 Asien, Reise & Trekking, Vietnam

Die Marmorberge – Ngu Hanh Son wurden nach den fünf Elementen Kim, Thuy, Moc, Hoa und Tho benannt. Die Gegend rund um Da Nang spielte im Vietnamkrieg eine entscheidende Schlüsselrolle.

Thich Ca - Der Buddha der Gegenwart

Thich Ca – Der Buddha der Gegenwart

Die fünf bewaldeten Kegel aus Marmor und Kalkstein liegen südlich von Da Nang und direkt am China Beach. Der Legende nach sind die fünf Marmorberge die Eier eines riesigen Drachens. Einst ragten sie als Inseln aus dem Meer und sie sind durchzogen von Tunnelsystemen und Höhlen, die schon das Volk der Cham zu Kultzwecken nutzten. – Man fand hier Überreste von Steinfiguren und Ziegelbauten. Die Marmorberge muten schon aus der Ebene faszinierend an und so lasse ich es mir auch nicht nehmen, einen von ihnen zu erkunden und ihm aufs Haupt zu steigen.

Der imposanteste der Marmorberge ist der Thuy Son. Er ragt fast einhundert Meter hoch in den Himmel und in seinem Inneren befinden sich mehrere Höhlen, sowie die Huyen Khong Grotte. Einfach beeindruckend, wenn aus gut dreißig Metern Höhe das Licht durch die Felsspalten auf die Statue des Thich Ca, dem Buddha der Gegenwart, fällt. Die glimmenden Räucherstäbchen tauchen die Schreine der Schutzgeister in ein mystisches Licht und lassen sie wie ein Gespinst aufsteigenden Nebels wirken.

Während des Vietnamkrieges diente diese Höhle als Stützpunkt und Lazarett der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams (FNL, im Sprachgebrauch auch Vietcong). Heute erinnert eine Gedenktafel an die Helden, die vom Gipfel des Thuy Son neunzehn amerikanische Hubschrauber abgeschossen haben. Das nahegelegene Da Nang war für die Amerikaner das Einfallstor in das südostasiatische Land. Hier hielten sich während des grausamen Krieges mehr US-Truppen auf, als an jedem anderen Platz in Vietnam. Die geografische Lage Da Nangs, in der Bergregion nahe der laotischen Grenze, begünstigte den Nachschub und die Unterstützung der Truppen Nordvietnams. Bald schon hatte die Stadt den Beinamen „Rocket City“.

Unter massiven Protesten der Amerikaner ankerte hier „Das weiße Schiff der Hoffnung“. – Das deutsche Lazarettschiff „MS Helgoland“, half den Verwundeten ohne jegliches Ansehen der Person. Also unbürokratisch, kostenlos und ohne politische Ideologie. Die Helgoland wurde so zum Symbol für Hoffnung und Menschlichkeit. Am China Beach (Bai Non Nuoc), der aus vielen Filmen bekannt ist, waren die GI´s auf Urlaub – Rest & Recreation für (kriegs-!) müde GI`s. Im März 1975 ergriffen dann 100.000 südvietnamnesische Soldaten mit ihren US-Beratern kampflos die Flucht und leiteten mit ihrer Kapitulation den endgültigen Fall Südvietnams ein.

Auf dem weiteren Rundgang findet man noch die Tam Thai, die Tam Ton und die Linh Ung Pagode, sowie den Xa Loi Tower. Man sollte es auch auf keinen Fall versäumen, dem etwas mühsamen Weg bis zum Gipfel zu folgen, um den grandiosen Ausblick auf die umliegenden Marmorberge, Da Nang und den China Beach zu genießen.


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4 Kommentare

  • Danke für den hervorragenden Beitrag mit erstklassigen Bilden. Leider wurden Fehler aus den Reiseführern übernommen, z.B. den Begriff „China Beach“ gebrauchten nur die GIs. Bei den Einheimischen und auf den offiziellen Karten heißt die Küste (Bai) Non Nuoc, was übersetzt „Nonnenbad“ oder „Nonnenküste“ bedeutet. Dort befand sich ein Waisenhaus, das von Nonnen unterhalten und den Mitarbeitern des Hospitalschiffs Helgoland, sowie den Maltesern aus Da Nang unterstützt wurde. Die Helgoland war kein Lazarettschiff (Militärschiff mit militärischer Besatzung) sondern ein Hospitalschiff (ziviles schwimmendes Krankenhaus mit ausschließlich zivilem Personal) mit einem rechtlich völlig anderen Status. etc.

  • Daniela sagt:

    Hallo alex,

    Bin grad per Zufall über Deinen Blog gestolpert und find ihn echt geil. Coole Beiträge. Mach nur weiter so! Würde mich über Deine Antwort echt freuen.

    LG,

    Dani

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