Wunderschöne Trekkingtour durch das Markha-Tal im Hemis Nationalpark

Das Markha Valley zählt sicherlich zu den beliebtesten Treks in Ladakh. Dies liegt nicht nur an der atemberaubenden Landschaft des indischen Himalaya und der Nähe zu Leh, sondern ist auch der Tatsache geschuldet, dass auf diesem Trek in der Hauptsaison (Juli – August) relativ gute Versorgungsmöglichkeiten bestehen und diese Trekking-Tour mit gewissenhafter Planung und der richtigen Ausrüstung völlig selbständig durchgeführt werden kann. Als einer von nur wenigen Trekkingtouren in Ladakh bietet der Markha Trek die Möglichkeit in sogenannten Homestays zu übernachten. Die Homestays sind keinesfalls mit einem Lodgetrekking wie beispielsweise in Nepal vergleichbar. Die Unterkünfte in den Bauernhäusern sind authentisch und keineswegs komfortabel. Homestays eignen sich vor allem für Personen mit kleinem Budget, die möglichst viel Kontakt zu den Einheimischen haben möchten.

Das Markha-Tal wird umgeben vom mächtigen Kang Yatse im Osten und der Zanskar-Kette im Südwesten. Auf dem Trek bieten sich fantastische Ausblicke auf den Saser Kangri (7670 m) im Karakorum, den Nun Kun (7135 m), den Stok Kangri (6150 m) und den Kang Yatse (6400 m) im Himalaya. Wer gerne einen Sechstausender besteigen möchte, kann sich an den beiden letztgenannten, zwar mächtigen aber technisch relativ einfachen Gipfeln versuchen – diese liegen praktisch auf dem Weg. Rund um die Hochebene Nimaling gibt es mit dem Dzo Jongo, Tasken Ri, Regoni Mallai Ri und dem bereits erwähnten Kangyatse gleich mehrere Sechstausender, die technisch relativ einfach zu begehen sind.

Die grüne Oase inmitten der Hochwüste Ladakhs, die ihren Namen dem Markha-Fluss verdankt, hat aber noch einiges mehr zu bieten als schneebedeckte Bergriesen. Auf der Tour durchquert man Canyons mit bizarren Felsformationen, passiert mittelalterliche Dörfer und buddhistische Gompas und hat immer die Chance seltene Wildtierarten zu beobachten. Die Menschen im Markha-Tal sind stets freundlich und hilfsbereit und es bietet sich immer Zeit für eine nette Unterhaltung.

Tag 1: Spituk nach Zhingchen

Zusammen mit Nadine, Naresh und Sonam verlasse ich Leh und ein Geländewagen bringt uns direkt in das Indus-Tal nach Spituk. Nach kurzer Registrierung an einem Check Point sind wir nun also auf dem Markha Valley Trek unterwegs. Ich bin wirklich gespannt was kommt und freue mich riesig auf diese Trekkingtour. Die Etappe von Spituk nach Zhingchen ist wenig attraktiv, da sie größtenteils über eine geteerte Straße verläuft. Da ich aber den Trek über die volle Distanz laufen möchte und genügend Zeit habe, starte ich trotzdem schon hier. Kurz hinter dem Eingangsschild zum Hemis Nationalpark wandelt sich die Teerstraße zu einer Piste und das Gehen wird wesentlich angenehmer. Ein paar Kilometer hinter Zhingchen werden wir bereits von unserem Pferdemann erwartet, die Zelte im Camp stehen schon und Naresh macht sich sofort daran uns mit einem 3-Gänge-Menü zu verwöhnen. Nach dem Essen hängen wir alle unseren Gedanken nach und genießen den Anblick der uns umgebenden Natur. Schon nach dem ersten Trekking-Tag stellt sich bei mir ein großartiges Gefühl von grenzenloser Freiheit ein.

Tag 2: Zhingchen nach Ganda-La Basecamp

Nach einem fantastischen Frühstück und gut ausgeruht geht es auf die zweite Etappe unserer Trekkingtour. Der Weg folgt noch ein kurzes Stück der Piste und wandelt sich bald in einen idyllischen Pfad. Ein Yak-Bulle versperrt uns den Weg und Sonam macht sich daran ihn vorsichtig vom Weg zu vertreiben. Das ist nicht ungefährlich, da in der ursprünglichen Nomadenwirtschaft eine gezielte Zucht des Hausyaks nicht üblich, und durch die hohe Aggressivität der Bullen auch nur eingeschränkt möglich ist. Sie reagieren vor allem während der Paarungszeit sofort mit Angriffen auf Störenfriede wie uns. Durch ein weites Tal führt uns der Weg, teils durch ein Flussbett, weiter nach Yurutse. Ab hier wird der Pfad immer steiler und ich fange allmählich an ein bisschen die Höhe zu spüren. Bald darauf erreichen wir das Ganda-La Basecamp und die atemberaubenden Ausblicke auf den Stok Kangri machen schnell alle Mühen vergessen.

Tag 3: Ganda-La Basecamp via Gandala Pass (4850 m) nach Skiu

Nach einer eher durchwachsenen und vor allem kalten Nacht machen wir uns daran die 4850 Meter hohe Passhöhe des Gandala zu erklimmen. Der Weg ist zwar steil aber technisch nicht anspruchsvoll. Da sich nun die Höhe mehr und mehr bemerkbar macht genießen wir unsere kurzen Aufstiegspausen, die mit fantastischen Ausblicken auf diese einzigartige Gebirgswelt gekrönt werden und schon bald sind wir am Gandala Pass angekommen. Von hier können wir ein großes Stück unseres weiteren Wegverlaufs einsehen. Bis nach Skiu ist es zwar noch ein ganzes Stück aber beflügelt von dieser großartigen Landschaft schalten wir alle noch einen Gang höher und haben schnell unser nächstes Etappenziel erreicht. Mein nepalesischer Freund Naresh versteht es nur zu genau uns nach einer anstrengenden Etappe im Land der hohen Pässe mit einem vorzüglichen Drei-Gang-Outdoormenü zu verwöhnen. Nachdem wir der Gompa in Skiu noch einen kurzen Besuch abgestattet haben, gönnen wir unseren müden Füßen noch eine Abkühlung im Markha-Fluß. Schon bald darauf kriechen wir, stolz auf unsere heutige Leistung, in die warmen Schlafsäcke.

Tag 4: Skiu nach Markha

Nach der langen gestrigen Etappe geht es heute recht eben durch das Markha-Tal. Trotzdem hat auch diese Etappe ihre Herausforderungen – wir müssen den Markha-Fluß queren. Der Wasserstand ist zwar nicht besonders hoch und reicht eigentlich nur bis zu den Knien, dennoch ist eine Querung nur vormittags möglich, da im Tagesverlauf die Fließgeschwindigkeit immer höher wird und eine Querung am Nachmittag fast unmöglich macht. Eine geeignete Stelle zu finden ist gar nicht so einfach aber schließlich gelangen wir alle trocken auf die andere Seite. Immer wieder passieren wir die typischen Steinmauern mit Mani-Steinen und buddhistische Schreine, bis wir schließlich Markha erreichen. Die größte Siedlung im Tal hat etwa zwanzig Häuser und auf dem höchsten Punkt befindet sich ein altes buddhistisches Kloster. Unser heutiges Camp lässt nichts zu wünschen übrig, da wir es auf einer ebenen Wiese direkt am Fluß aufschlagen können.

Tag 5: Markha nach Thuchungtse

Der nächste Tag führt uns weiter durch die typische Landschaft des Markha Valley und wir kommen trotz einiger Bachquerungen gut voran. Hoch über dem Tal trotzt eine verlassene Burgruine den Jahreszeiten, die Landschaft um uns herum wird immer spärlicher und der Weg zum Ende dieser Etappe immer steiler. Wieder einmal verwöhnt uns unser Küchenchef Naresh mit unzähligen Köstlichkeiten und die putzigen Pika sind wahre Entertainer – ich jedenfalls könnte den kleinen Tierchen stundenlang beim Spielen zusehen.

Tag 6: Thuchungtse nach Nimaling

Für unsere heutige Etappe auf das Hochplateau von Nimaling wählen wir die zwar wesentlich steilere, dafür aber kürzere Variante. Auf diesem wunderschönen Hochplateau, das immerhin auf 4750 Metern Höhe liegt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus und ich kann mich an den zahlreichen Sechtausendern kaum sattsehen. Die Hochebene wird im Sommer von den hier lebenden Nomaden als Sommerweide genutzt und wir teilen uns mit ihnen und ihren Schaf-, Ziegen- und Yakherden das riesige Hochplateau. Von Nimaling ist es auch nicht mehr weit zum Basislager des Kang Yatse, einem wunderschönen 6400 Meter hohem Berg am Ende des Markha-Tals. Der Wind pfeift kalt über die Ebene und wir sind froh als unser Zelt endlich steht. In der Nacht bricht dann auch noch ein Gewitter los und dieses Naturschauspiel ist auf so einer Höhe wirklich respekteinflößend.

Tag 7: Nimaling via Kongmaru-La (5265 m) nach Shang Sumdo

Heute serviert uns Naresh ein besonders reichhaltiges Frühstück, denn wir müssen den 5265 Meter hohen Kongmaru-La queren, den höchsten Pass auf dem Markha-Valley Trek. Der Rucksack wiegt beim Aufstieg zur Passhöhe schwer auf meinen Schultern und der kräftige Wind tut sein Übriges, dennoch kommen wir schnell voran und erreichen fast in Rekordzeit die Passhöhe. Obwohl wir als letzte Gruppe von der Hochebene gestartet sind, stehen wir als Erste oben. Die Wolken geben immer nur für kurze Zeit einen Blick auf diese gewaltige Gebirgswelt frei und wir machen uns bald an den Abstieg in das Tal von Shang. Bizarre Felsformationen begleiten unseren steilen Abstieg bis nach Shang Sumdo, wo wir noch eine letzte Nacht verbringen, bevor uns am nächsten Tag ein Jeep abholt. Vorbei am Kloster Hemis und der gleichnamigen Ortschaft geht es durch das schöne Industal zurück nach Leh.

Alle wichtigen Informationen über Trekkingtouren in Ladakh, eine Packliste und ob Du die Tour im Alleingang mit Zelt, als Zelt-Trekking mit Pferden und Trägern oder als Homestay durchführen solltest, findest Du in meinem Artikel Ladakh Trekking.

GPS Markha Valley Trek

volle Distanz: 106619 m
Maximale Höhe: 5281 m
Minimale Höhe: 3144 m
Gesamtanstieg: 5366 m
Gesamtabstieg: -4821 m
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Markha Valley Trek
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