Ladakh Trekking – Vorbereitung einer Reise nach Klein Tibet.

Viele Menschen träumen vom Wandern und Bergsteigen im Himalaya. In Nepal, dem Mutterland der Trekkingbewegung, gibt es mittlerweile unzählige Routen. Auf Touren wie dem Annapurna Circuit oder dem Everest Base Camp Trek kommen auch Trekking-Einsteiger voll auf ihre Kosten ohne logistische Höchstleistungen erbringen zu müssen. Aber wie steht es mit der Einsamkeit und Abgeschiedenheit, die solch eine Tour in jeglicher Hinsicht zur Herausforderung und einem unvergesslichen Naturerlebnis werden lässt? Wenn Du genau dies suchst, solltest Du unbedingt eine Trekkingtour in Ladakh oder Zanskar machen! Wer in der Hochgebirgswüste Ladakhs eine mehrtägige Trekkingtour im Alleingang oder mit einer Trekkingagentur plant, muss gut vorbereitet sein. Das fängt bereits bei der Anreise nach Ladakh, der Auswahl des richtigen Kartenmaterials oder den Verhandlungen mit den Agenturen und Pferdemännern an. Im Nachfolgenden erfährst Du alles, was dir bei der Planung und Durchführung deines Traumes weiterhilft.

Julley!

ladakhischer Gruß

„In der steinigen Einöde zwischen den Bergen kannst du einen eigenartigen Markt finden: Du kannst dort den Wirbel des Lebens gegen grenzenlose Seligkeit eintauschen.“

Milrepa

A travelling fool is better than a sitting wise man.

Nomadic Wisdom

8 Dinge, die Du wissen musst!

  • Allgemeine Infos über Ladakh
  • Wann ist die beste Reisezeit für eine Trekkingtour in Ladakh?
  • Was muss ich bei der Einreise nach Indien und der Weiterreise nach Ladakh beachten?
  • Gesundheit: Welche Impfungen werden für Indien empfohlen?
  • Wo finde ich gute Literatur und Landkarten für Ladakh?
  • Individuelles Trekking oder Buchung über eine Trekkingagentur?
  • Wieviel Zeit benötige ich für die Akklimatisation?
  • Packliste für eine Trekkingtour in Ladakh

Allgemeine Infos über Ladakh

Ladakh Trekking - Allgemeine Infos über Ladakh
Zusammen mit dem Nubra-Tal, Purig, Zanskar, dem Changthang sowie Spiti und Lahaul ist die Region Ladakh der Übergang vom indischen Himalaya zum Transhimalaya. Das Land erstreckt sich zwischen den Gebirgsketten des Himalaya und des Karakorum und dem oberen Tal des Indus in Nordindien. Schon die Täler befinden sich auf einer Höhe von 3000 m, womit sie die höchstliegenden Kaschmirs sind. Der Stok Kangri ist mit 6153 m Höhe der wohl bekannteste, der 1913 erstmals bestiegene Nun mit 7135 m der höchste Berg Ladakhs. Eine tibetisch-buddhistische Weisheit sagt: „Wenn ein Tal nur über einen hohen Pass zu erreichen ist, kommen nur gute Freunde oder schlimme Feinde.“ Genau dieser Umstand macht Ladakh und seine Menschen zu dem, was es auch heute noch ist: Ein Land, im Winter über die Zufahrtsstraßen oft abgeschottet von der restlichen Welt, mit einer wirklich einzigartigen Kultur. Die Bewohner sind durchdrungen von tiefer buddhistischer Religiosität, was auch die zahlreichen Klöster im Indus-Tal ganz deutlich zeigen. In der Vorstellung der Ladakhis und dem Buddhismus leben auf jedem Berg, in jedem Fluß und in der Erde der Felder Götter und Dämonen. Ladakh gehört zum indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir und die Hauptstadt ist Leh. Das Land hat eine Fläche von 59146 km² und mit etwa 292000 Einwohnern kommt man auf eine Bevölkerungsdichte von 5 Einwohner/km². Gesprochen wird Ladakhisch, was mit der tibetischen Sprache verwandt ist und Englisch wird fast überall verstanden. Landeswährung ist die indische Rupie (1 EUR = 76,5 INR / Stand Herbst 2017). Bei der Ankunft in Neu-Delhi hast Du die Möglichkeit Euro oder US-Dollar in indische Rupien zu tauschen. Auch in Leh bieten zahlreiche Wechselstuben diese Möglichkeit. Ich empfehle dir zusätzlich eine Kreditkarte und ausreichend Bargeldreserven in Euro mitzunehmen. Die Indian Standard Time ist der mitteleuropäischen Zeit im Sommer um 3,5h und währender der Winterzeit um 4,5 h voraus. Von Reisen in die Kaschmir Region wird zwar abgeraten aber Ladakh ist ein sicheres Reiseland! Im Gegensatz zu anderen Gegenden in Indien sind die Menschen hier völlig unaufdringlich und Kleinkriminalität wie z.B. Taschendiebstähle kennt man so gut wie überhaupt nicht. Manche Gebiete sind aus militärischen Sicherheitsgründen für Ausländer gesperrt. Diese Sperrgebiete liegen an den streng bewachten Grenzen zu China, bzw. Tibet und Pakistan. Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise kannst Du der Webseite des Auswärtigen Amts entnehmen.

Wann ist die beste Reisezeit für eine Trekkingtour in Ladakh?

Beste Reisezeit Trekkingtour Ladakh
Ladakh liegt in der Hochgebirgswüste des Transhimalaya. Wie in allen Wüsten herrschen auch hier extreme Temperaturschwankungen, was durch die Lage zwischen 2500 und 4500 Metern Höhe noch verstärkt wird. Die Hauptstadt Leh liegt beispielsweise bereits auf 3500 m Höhe. Dazu kommt noch die Trockenheit, da der Monsum nicht über die hohen Gebirgsketten des Himalaya-Hauptkamms gelangt. Die Sommer in Ladakh sind kurz und heiß und die Sonneneinstrahlung ist aufgrund der Höhe sehr intensiv. Von Ende Juni bis August steigt das Thermometer tagsüber teilweise auf über 35° Celsius und nach Sonnenuntergang kann es recht schnell frisch werden. Im Winter dagegen sinken die Temperaturen in der Nacht bis auf -35° Celsius wobei es sich an sonnigen Wintertagen in Leh bei etwa 0° Celsius ganz gut aushalten lässt. Mit dem richtigen Equipment hat der Winter in Ladakh durchaus seine ganz eigenen Reize und erst zu dieser Jahreszeit lassen sich Touren, wie der Chadar Trek, auf dem zugefrorenen Zanskar River unternehmen. Im Frühjahr gewinnt die Sonne ab April wieder an Kraft und mit ihr kommt auch das Leben zurück. Im Frühherbst ist die Luft klarer als im Sommer und im September steigt das Thermometer tagsüber noch auf angenehme 20° Celsius während es am Abend aber schon empfindlich kühl wird. Ab Oktober können heftige Sandstürme über das Land fegen, die meist einen Temperatureinbruch mit sich bringen. Das Frühjahr und der Herbst bieten den Vorteil, dass die meisten Touristen dann schon weg sind, man die meisten Klöster nahezu alleine besichtigen kann und man eine wesentlich größere Auswahl an Hotels hat. Je nach Reiseplanung kann man Ladakh also das ganze Jahr über besuchen, nur für Treks über hohe Pässe ist es bis Ende Juni meist noch zu früh. Diese lassen sich in der Regel bis Ende September noch gut begehen.

Was muss ich bei der Einreise nach Indien und der Weiterreise nach Ladakh beachten?

Einreise nach Indien und Weiterreise nach Ladakh
Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Indien ein Visum. Dazu werden folgende Papiere benötigt:

  • einen fertig ausgefüllten Online-Antrag für das Visum
  • einen mindestens noch 6 Monate gültigen Reisepass
  • Kopien der indischen Visa aus einem eventuell vorhandenen alten Reisepass
  • bei Minderjährigen: Kopien des Reisepasses der Eltern
  • 2 Passfotos (Die Abmessung beträgt 5 cm x 5 cm und muss unbedingt eingehalten werden!)
  • bei postalischer Beantragung des Visums müssen die Gebühren für das Visa vorab überwiesen werden

Visaanträge können frühestens 6 Wochen vor der Abreise gestellt werden.

Für Reisen nach Indien, die länger als 60 Tage dauern, muss man das Visum mit den o.g. Papieren schriftlich beantragen. Der Sitz der indischen Botschaft in Berlin ist allerdings nicht für Touristenvisa zuständig, dies übernehmen spezielle Agenturen in den einzelnen Bundesländern. Die Kontaktdaten der Agenturen findest Du hier.

Das e-Tourist Visa für eine maximale Reisedauer von 60 Tagen

Etwas einfacher und auch günstiger ist die Beantragung eines e-Tourist Visa für eine maximale Aufenthaltsdauer von 60 Tagen. Das e-Tourist Visa für Indien muss sehr sorgfältig ausgefüllt werden, so wird bei falscher Eingabe von z.B. der Reisepassnummer die Einreise verweigert! Das e-Tourist Visa kann frühestens 120 Tage vor der Einreise und spätesten 4 Tage vor der Einreise beantragt werden: e-Tourist Visa Indien

Für manche restriktive Regionen Ladakhs wird ein sogenanntes Innerline Permit benötigt. Diese Permits werden innerhalb eines Tages ausgestellt und sind für maximal 7 Tage gültig. Du kannst sie dir vor Ort in einer der zahlreichen Reiseagenturen besorgen.

Für die Anreise empfiehlt sich auf jeden Fall ein Flug nach Neu-Delhi. Hier ist die Drehscheibe zur Weiterreise nach Leh. Du hast jetzt drei Möglichkeiten: Ein Flug von Delhi nach Leh, die Anreise über den Manali-Leh Highway oder die Anreise über den Srinagar-Leh Highway. Falls Du etwas mehr Zeit mitbringst, kann ich dir die Anreise über den Manali-Leh Highway, der durch eine großartige Landschaft führt, wirklich empfehlen. Der Manali-Leh Highway ist in der Regel zwischen Juni und Mitte September geöffnet. Für  die knapp 500 km lange Strecke nach Leh benötigt man 2 Tage. Die Flüge von Delhi nach Leh sind günstig und verkehren regelmäßig.

Gesundheit: Welche Impfungen werden für eine Reise nach Indien empfohlen?

Gesundheit Ladakh Trekking
Generell ist die individuelle Beratung von einem Facharzt, bzw. einem Tropeninstitut zu empfehlen. Gegen Tetanus, Hepatitis A + B sowie Diphterie sollte man sich auf jeden Fall impfen lassen. Je nach bereister Region in Indien eventuell auch gegen Cholera und Thyphus. Indien ist das Land mit den höchsten Tollwut-Erkrankungen weltweit und Tollwut verläuft fast immer tödlich. Die Gefahr geht jedoch nicht von Wildtieren aus, sondern von den in Indien vielen streunenden Hunden. Eine Impfung gegen Tollwut ist vor allen Dingen dann ratsam, wenn man weit entfernt vom nächsten Krankenhaus auf Trekkingtour unterwegs ist.

Wo finde ich gute Literatur und Landkarten für Ladakh?

Landkarten und Reiseliteratur Ladakh
Landkarten, bzw. Trekkingkarten für Ladakh nimmt man am sinnvollsten bereits von zu Hause mit. Allerdings ist die Auswahl an guten Karten wirklich rar, viele topografische Karten für Ladakh sind fehlerhaft in den Orts- und Höhenangaben. Ich kann dir aber trotzdem folgende Karten empfehlen (ganz fehlerfrei sind die zwar auch nicht, es sind aber mit trotzdem die besten Landkarten für Ladakh!)

  • Nelles Map Ladakh – Zanskar, 1:350000, Nelles Verlag, ISBN-13: 978-3865742728
  • Ladakh and Zanskar Travel Map, 1:300000, Olizane Verlag, ISBN-13: 978-2880863883

Nachfolgend aufgeführte Reiseführer bieten einen guten Überblick und viele nützliche Infos:

  • Reise Know-How Ladakh & Zanskar, Reise Know-How Verlag, ISBN-13: 978-3831723058
  • Rother Wanderführer Garhwal – Zanskar – Ladakh, Bergverlag Rother, ISBN-13: 978-3763343829

Eine GPS Datei für den Markha Valley Trek findest Du auf auf dieser Seite.

Individuelles Ladakh Trekking oder Buchung über eine Trekkingagentur?

Trekking Ladakh - Individuelles Trekking oder Trekkingagentur
Da die meisten Trekkingtouren in Ladakh, Zanskar oder dem Nubra Valley schon einen gewissen logistischen Aufwand erfordern und teils große Höhen erreicht werden ist eine Buchung der Tour über eine Trekkingagentur ratsam. Diese sind in großer Anzahl in Leh vorhanden aber es gibt natürlich erhebliche Qualitätsunterschiede. Die beste Möglichkeit ist sich mit anderen Reisenden über die Erfahrungen mit den einzelnen Agenturen auszutauschen. Ich habe auf jeden Fall sehr gute Erfahrungen mit Javeed uns seinem Team von Dreamland Trek and Tour gemacht, der mir bereits bei meiner Reiseplanung mit Rat und Tat zur Seite stand. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich keine großen Gedanken über das Equipment und die Verpflegung auf der Tour machen muss. Alles Equipment rund ums Camping, wie Zelte, Isomatten, Kocher & Geschirr wird gestellt. Lediglich den eigenen Schlafsack sollte man mitbringen. Da man selbst mit „leichtem Gepäck“ unterwegs ist und Lastentiere den Großteil des Equipments zwischen den Camps befördern, werden auch lange und anstrengende Etappen in großer Höhe fast zum Genuß. Des Weiteren ist bei der Buchung über eine Agentur gewährleistet, dass das Essen reichhaltig und abwechslungsreich ist und man nicht jeden Tag irgendwelche Trekkingnahrung zu sich nehmen muss.

Bekannte Trekkingrouten, wie beispielsweise die Tour durch das Markha-Tal, kann man durchaus auf eigene Faust unternehmen. Während der Hauptsaison stehen hier Teezelte und man bekommt auch kleine Snacks, wie z.B. Instantsuppen zu kaufen. Dennoch muss man auch auf einer Tour, die mit einer für ladakhische Verhältnisse „guten“ Infrastruktur ausgestattet ist, sein ganzes Equipment selbst tragen und gerade das benötigte Trinkwasser wiegt schwer auf den Schultern. Homestays in den Dörfern sind eine gute Alternative zum Camping und man lernt den Alltag der Menschen hautnah kennen – auch wiegt der Rucksack dann nicht mehr ganz so schwer.

Wieviel Zeit benötige ich für die Akklimatisation?

Akklimatisation Ladakh Trekking
Wer nicht über den Manali Leh oder den Srinagar Leh Highway angereist ist, sondern mit dem Flugzeug in Leh gelandet ist, muss sich unbedingt Zeit für die Höhenanpassung des Körpers nehmen. Da die Hauptstadt Leh bereits auf 3500 m liegt, werden die meisten Menschen die Höhe schon gleich nach der Landung ein bisschen zu spüren bekommen. Dies kann sich in leichten Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Müdigkeit äußern. In einer Höhe von 3000 m enthält die Atmosphäre nur noch 50% der Sauerstoffmenge auf Meeresniveau, in 5000 m sind es nur noch etwa 30%. Die geringe Sauerstoffversorgung und der verminderte Druck in den Lungenblächen bewirkt, dass sich vermehrt Wasser in den Lungenbläschen und den umgebenden Gewebe einlagert. Man kann nicht im voraus sagen wer dafür anfällig ist und auch der allgemeine Fitnesszustand spielt dabei keine Rolle. Dein Körper passt sich nur langsam an die Höhe an, deshalb solltest Du die ersten beiden Tage in Leh entspannt angehen und viel trinken. Danach kannst Du bereits mit leichten Touren anfangen und die Umgebung Leh´s erkunden. Der Einstieg zur Trekkingtour sollte nicht vor dem 4 oder 5 Tag erfolgen – je nachdem auf welcher Höhe die Tour beginnt. Die beste Prophylaxe gegen die Höhenkrankheit während der Trekkingtour ist ein langsamer Aufstieg und sehr viel trinken. Dabei gilt „Go high – Sleep down“: Du solltest pro Tag nicht mehr als 500 Höhenmeter, gerechnet vom letzten Schlafplatz, aufsteigen und zum Schlafen wieder 100 – 200 Höhenmeter absteigen. Zeigen sich o.g. Symptome der leichten Höhenkrankheit musst Du unbedingt 1 – 2 Ruhetage einlegen. Sind die Symptome verschwunden, kannst Du deine Tour fortsetzen. Wenn bei dir Warnzeichen einer akuten Höhenkrankheit, wie z.B. starke Kopfschmerzen, starke Übelkeit mit Erbrechen, Erschöpfungszustände, Benommenheit, Schwindel, Atemnot im Ruhezustand und Herzklopfen auftreten solltest Du schnellstmöglich auf die Höhe absteigen, wo Du die letzte beschwerdefreie Nacht verbracht hast. Du solltest dich wegen der Höhenkrankheit nicht verrückt machen, denn wenn Du die o.g. einfachen Regeln befolgst wird sich dein Körper optimal an die Höhe adaptieren. Höre auf deinen Körper!

Packliste Ladakh Trekking

Packliste Ladakh Trekking
Die Packliste hängt natürlich maßgeblich davon ab ob Du die Trekkingtour individuell machst oder von einer Trekkingagentur organisieren lässt. Du kannst dir hier meine persönliche Packliste für Reisen in den Himalaya herunterladen und dann entsprechend an deine Bedürfnisse anpassen.

Download Packliste

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