Kroatien – Nördlicher Velebit und Plitvicer Seen

Von 13. August 2013 Mai 28th, 2019 Bergtouren und Wandertouren, Europa, Kroatien

Diese Reise führt uns zu den Naturschönheiten Kroatiens. Nicht umsonst sind die beiden Nationalparks Nördlicher Velebit und Plitvicer Seen UNESCO Weltnaturerbe und auch die Kvarner Bucht verzaubert mit ihrer schroffen Küste und dem kristallklaren Wasser.

Die kürzeste Anreise aus Deutschland in diese Region Kroatiens führt über die Autobahn durch Österreich, den Karawankentunnel, weiter über Ljubljana und Postojna in Slowenien nach Rijeka in Kroatien. Ab Rijeka geht es immer entlang der Küste bis wir die Stadt Senj in der Kvarner Bucht erreichen. Senj und die umliegenden Dörfer sind ein hervorragendes und vor allem komfortables „Basislager“ um das nördliche Velebitgebirge und die Plitvicer Seen zu erkunden. Vor allem kann man hier die vom Wandern müden Beine herrlich im kristallklaren Wasser der Kvarner Bucht baumeln lassen. Das Velebitgebirge liegt etwa 30km von Senj entfernt und ist somit in einer guten halben Stunde erreichbar. Etwas weiter ist es zu den Plitvicer Seen, die ca. 100km von Senj entfernt liegen.

Velebit und Plitvicer Seen - Senj in der Kvarner Bucht

Senj in der Kvarner Bucht

Nach unserer Ankunft gibt es erstmal eine „Akklimatisationstour“ zur Festung Nehaj auf dem gleichnamigen Berg in Senj. Die Stadt Senj war Hauptsitz der Uskoken, die sich von hier aus über hundert Jahre lang gegen die Fremdherrschaft der Osmanen und der damaligen Republik Venedig zur Wehr setzen konnte. Heute ist Senj wegen seines jährlich im August stattfindenden internationalen Sommerkarnevals bekannt, sicher eines der attraktivsten Ereignisse an der Adria, das samstags in seinen Höhepunkt gipfelt und mit ca. 3000 Teilnehmern aus aller Welt die Aufmerksamkeit von mehr als 25000 Zuschauern auf sich zieht.

Trotz des EU-Beitritts von Kroatien ist es noch immer ein sehr günstiges Reiseland, was sich auch allerorts in den Preisen widerspiegelt. Die Landeswährung sind Kroatische Kuna und das Verhältnis Euro zu Kuna beträgt aktuell etwa 1:7. Lediglich die Benzinpreise sind fast so hoch wie bei uns, bzw. wie auch EU-weit. Mal sehen wie lange das in Kroatien noch so bleibt…

Nachdem wir in landestypischen Köstlichkeiten geschwelgt und eine ordentliche Mütze Schlaf genommen haben, fühlen wir uns stark genug, um einen ersten Vorstoß in die Berge zu wagen. Die Bedeutung und die Schönheit des Velebit – Gebirgsmassivs wurde schon vor vielen Jahren erkannt und bereits 1978 in das globale Netzwerk der UNESCO Biosphärenreservate aufgenommen. Seit 1999 besitzt der Nördliche Velebit den Nationalparkstatus und ist damit jüngster der 8 kroatischen Nationalparks. Der Nationalpark Sjeverni Velebit verfügt über eine einzigartige Flora und Fauna und bietet zahlreichen endemischen Pflanzen sowie Braunbär, Wolf, Luchs und Hornvipern ein Zuhause. Er erstreckt sich über eine Fläche von 109 km² und eine Meereshöhe von 518-1699 m. Der höchste Gipfel ist der Mali Rajinac. Es gibt zwei Eingänge zum Nationalpark Sjeverni Velebit. Der Haupteingang befindet sich beim Sitz der Nationalparkverwaltung in Krasno, wir ziehen jedoch den direkten Zugang Babić Siča vor, da es von hier aus nicht weit zur Berghütte Zavižan ist. Der Eintritt von 25 Kuna pro Person ist für ganze 3 Tage gültig und kommt direkt dem Nationalpark zugute.

Gesamtstrecke: 4025 m
Maximale Höhe: 1588 m
Minimale Höhe: 1287 m
Gesamtanstieg: 366 m
Gesamtabstieg: -67 m
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Gipfelrunde Sjeverni Velebit
Unsere erste Rundtour führt von der Berghütte Zavižan zunächst tiefer in das Velebit Gebirge. Von der Hütte aus folgen wir dem Pfad durch dichte Buchen- und Schwarzkiefernwälder in Richtung Mali Rajinac, mit 1699 m der 5. höchste Berg in Kroatien. Immer wieder öffnet sich der Blick auf Bergwiesen und Steinweiden, ein wahrer Garten Eden, der das Herz eines jeden Botanikers höher schlagen lässt. Viele Infos über die reichhaltige Flora des Sjeverni Velebit findet man auf der offiziellen Seite des Nationalparks. Am Gipfel des Mali Rajinac bietet sich ein erstes wundervolles Panorama auf die umliegenden Gipfel des Velebit. Hier ist auch gleichzeitig der weiteste Punkt unserer Runde erreicht und wir machen uns auf den sagenhaften Rückweg vorbei an der Höhle Vukusic snjeznica über die Gipfel von Veliki Pivčevac (1676 m), Veliki Zavižan (1676 m), Balinovac (1601 m) und dem Vučjak (1644 m) zum Ausgangspunkt unserer Rundtour, der Berghütte Zavižan.

Gesamtstrecke: 17489 m
Maximale Höhe: 1696 m
Minimale Höhe: 1449 m
Gesamtanstieg: 1361 m
Gesamtabstieg: -1355 m
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Große Rundtour im Nördlichen Velebit
Start dieser zweiten großen Rundtour im nördlichen Velebit ist wieder die Berghütte Zavižan. Wir folgen zunächst dem Forstweg in Richtung des Botanischen Garten Zavižan, danach dann dem spektakulären Teil des Premužićeva staza, einem ca. 50 km langen Wanderweg im Velebit, der viele schöne Ausblicke bietet. Nun machen wir einen Abstecher zum Gipfel des Gromovača (1676 m), einem weiteren aussichtsreichen Gipfel Kroatiens. Vom Gipfel geht es wieder zurück auf den Premužićeva Pfad, um diesem bis zur Schutzhütte Rossijeva koliba auf 1580 m Höhe zu folgen. Von der Schutzhütte geht es weiter zu unserem nächsten Gipfel im Programm, dem 1676 m hohen Vratarski kuk und gleichzeitig Wendepunkt unserer Rundtour. Zurück geht es durch dichte Bergwälder über die bereits bekannte Höhle Vukusic snjeznica bis zur Berghütte Zavižan.

Gesamtstrecke: 19797 m
Maximale Höhe: 1673 m
Minimale Höhe: 1300 m
Gesamtanstieg: 1122 m
Gesamtabstieg: -1080 m
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Rundtour im Nationalpark Plitvicer Seen
Der Nationalpark Plitvicer Seen ist geprägt durch seine hügelig – bergige Landschaft, dem Karst und die Farbe des Wassers. Wer die Plitvicer Seen noch nicht in natura gesehen hat, glaubt es handelt sich bei den Bildern um eine Fälschung. – Einfach wunderschön! So ist es auch nicht verwunderlich, daß diese Landschaft unweit der Grenze zu Bosnien Herzegowina, bereits 1949 zum Nationalpark erklärt wurde und seit 1979 auf der Liste des UNESCO Weltnaturerbes steht – als eines der ersten Naturdenkmäler überhaupt. Die unglaubliche türkisblaue Farbe und die geomorphologische Struktur der 16 Seen wird ganz wesentlich von den sieben travertinbildenden Wasserfällen und den dort wachsenden Moosen und Algen bestimmt. Travertin (Kalktuff) wird einerseits teilweise wieder fortgeschwemmt, andererseits bilden sich ständig neue Ablagerungen. So entstehen neue Wasserfälle, während alte versiegen. Auch die Natur passt sich ständig an neue Gegebenheiten an. Insgesamt gesehen, stellt der Seenkomplex ein sehr empfindliches und labiles Ökosystem dar. Der Nationalpark Plitvicer Seen erstreckt sich über eine Fläche von 29685 ha und über eine Meereshöhe von 367 m bis 1279 m und verfügt, genau wie der Nationalpark Sjeverni Velebit über eine einzigartige Flora und Fauna. Obwohl auch hier der Braunbär heimisch ist, wird man wohl angesichts der Menschenmassen, hier kein Exemplar des Ursus arctos antreffen. Wahrscheinlich hat der Arme auch einfach nur Angst, daß ihm irgendjemand mit dem Schirm als Sonnenschutz ein Auge aussticht…

Auf der hier vorgestellten Rundwanderung kommt es auch immer wieder zu „Spitzen“, wo man auf den Stegen und vor allem dort wo man mit dem Boot übersetzen muß, auf viele Menschen treffen wird. Dies ist auch nicht allzu verwunderlich, da der Park von ca. 1 Millionen Menschen im Jahr besucht wird. Aufgrund der Länge und der Wegbeschaffenheit, der hier vorgestellten Runde, kann man aber sicher sein auch ein paar „einsame“ Kilometer unterwegs zu sein. Man kann die Runde sowohl von Parkplatz 1 und auch von Parkplatz 2 des Nationalparks starten und muss lediglich eine kleine Überfahrt mit dem Boot in Kauf nehmen. Der Eintritt beträgt für ein Tagesticket 110 Kuna pro Person und für den Parkplatz müssen nochmals 7 Kuna pro Stunde eingerechnet werden.

Gesamtstrecke: 14814 m
Maximale Höhe: 1188 m
Minimale Höhe: 541 m
Gesamtanstieg: 592 m
Gesamtabstieg: -1198 m
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Zur Galerie von Outdoorfever.de auf Flickr

2 Kommentare

  • Rene sagt:

    Oh ja, Kroatien ist schon ein tolles Reiseland, wie wir diesen Sommer auch zum ersten Mal feststellen durften. Bei den Plitvicer Seen waren wir auch und ich teile Deinen Eindruck, Die muss man mal gesehen haben, aber ein zweites Mal zieht es mich dort nicht hin. Die Massen, die sich dort den Knüppeldamm entlang schieben, sind schon nervend.

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