Karlsruher Grat – Schwarzwald mit alpinem Charakter

By 19. März 2014 Mai 28th, 2019 Bergtouren und Wandertouren, Deutschland

Der Karlsruher Grat ist eine abwechslungsreiche Rundtour im Nordschwarzwald. An einigen Stellen hat die Tour sogar etwas alpinen Charakter.

Eines gleich vorweg: Egal in welcher Richtung man diese Runde auch geht, auf dieser Tour wird es garantiert nicht langweilig. Ich habe mich für den etwas steileren Anstieg entschieden, denn im Juni geht es auf den Lykischen Weg und da ist vorher noch etwas Konditionstraining angesagt!

Der Karlsruher Grat

Der Karlsruher Grat – Blick auf den Eichhaldenfirst mit Gipfelkreuz

Vom Bahnhof laufe ich zunächst Richtung Hammerschmiede, die schon der erste interessante Zwischenstopp ist. Hier kann man sich genau ansehen, wie mit Hilfe von Wasserkraft der etwa 50kg schwere Schmiedehammer in Bewegung gesetzt wird, um das glühende Eisen zu formen.

Der weitere Wegverlauf führt mich über Hagenbruck und Kleineck bis zum Anfang des Grenzweges. Diesem folge ich dann immer weiter hinauf bis zum Brente Schrofen. Von hier aus hat man wirklich eine sagenhafte Aussicht auf Ottenhöfen und die Seitentäler. Trotz des teilweise relativ steilen Aufstiegs, lasse ich die Schutzhütte links liegen und pfeife auf eine kurze Rast. Ich möchte nämlich zu gerne wissen, was mich am Karlsruher Grat erwartet.

Der Weg führt mich aus dem Wald hinaus, über Weidekoppeln bis zum Bosensteiner Eck, wo einen knappen halben Kilometer nach der Schutzhütte am Brente Schrofen schon wieder ein Rasthaus wartet. Langsam dämmert es mir, warum auf den Wegweisern Genießerpfad steht. Ich lasse auch diese Möglichkeit zur Rast aus und erreiche bald darauf den Karlsruher Grat.

Der Karlsruher Grat ist der einzige Klettersteig im Nordschwarzwald, kann es aber natürlich nicht mit seinen großen Kollegen in den Alpen aufnehmen. Dennoch sollte man für diese 400 m auf dem Grat trittsicher und schwindelfrei sein! Das zeigt schon die Namensgebung, denn ursprünglich trug der komplette Grat den Namen Eichhaldenfirst. Er wurde bei Kletterern, vor allem aus dem Karlsruher Raum, immer populärer und nachdem die ersten Todesfälle gemeldet werden mussten, wurde der Grat in Gedenken an die hier verstorbenen Kletterer umbenannt. Wer möchte, kann die Gratschneide auch umgehen. Der Karlsruher Grat belohnt aber in jedem Fall mit fantastischen Panoramablicken auf das Achertal, sowie das Gottschlägtal und die Rheinebene.

Das Klettern am Karlsruher Grat ist nur an dem mit Bohrhaken abgesicherten Eichhaldenfirst erlaubt. Allerdings handelt es sich hier eher um „Trainingsgelände“, das keine großen Kletterschwierigkeiten bietet aber hervorragend geeignet ist, um Seiltechniken zu üben und einfach Spaß zu haben.

Der Grat ist wirklich ein Genuß und bald darauf erreiche ich den Herrenschrofen, ein weiterer Aussichtsfelsen. Ich genieße noch einen letzten Ausblick und dann mache ich mich an den kurzen Abstieg ins Gottschlägtal. Hier steht ein „Getränkebrunnen“, der ein kühles Bier für mich bereit hält. Weiter geht´s! Ich laufe immer entlang des plätschernden Gottschlägbachs, vorbei am Romantischen Brückle und den nicht wirklich tosenden Edelfrauengrab-Wasserfällen, bis ich wieder den Bahnhof in Ottenhöfen erreiche. Eine echt tolle Runde!

Gesamtstrecke: 10868 m
Maximale Höhe: 829 m
Minimale Höhe: 313 m
Gesamtanstieg: 692 m
Gesamtabstieg: -689 m
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2 Comments

  • Hui wie cool! Ist direkt in meinen Bookmarks gelandet. Vielen lieben Dank fürs Zeigen! Ich steh dem Schwarzwald mit seinen endlosen Forststraßen ja immer etwas skeptisch gegenüber. Aber das hier klingt nach ner echt spannenden Route!
    Lieben Gruß, Corinna

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