Auf dem Premiumweg P4 durch die Hessische Schweiz im Werratal.

Es ist durchwachsenes Wanderwetter als wir das Auto auf dem kostenlosen Parkplatz des Dorfgemeinschaftshauses in Hitzelrode abstellen. Der Weg führt uns zunächst ein Stückchen durch die Perle der Hessischen Schweiz, bevor wir am Ortsausgang den Aufstieg zur Schutzhütte Gobert beginnen. Nachdem wir auf dem ersten Kilometer etwa 150 Höhenmeter überwunden haben, sind wir warmgelaufen und voll im Tritt.

Aussicht von der Willi Schein Hütte in das Werratal

Aussicht von der Willi Schein Hütte in das Werratal

Wir nehmen zunächst die etwas kleinere Südschleife in Angriff und halten uns Richtung Silberklippe. Wir kommen am Blitzstein vorbei, der zum Gedenken an einen 1882 vom Blitz erschlagenen Freund oder Verwandten hier aufgestellt wurde, um wenig später das Franzosengrab zu passieren. Der anonyme Franzose kam entweder zur Zeit der französischen Besatzung Eschweges 1806-1807 oder beim Rückzug Napoleons von der Völkerschlacht bei Leipzig (1813) ums Leben.

Nach kurzem Anstieg erreichen wir die Willi Schein Hütte, von der wir den schönen Ausblick bis tief ins Werratal genießen. In einem Bogen wandern wir durch den intensiv nach Bärlauch duftenden Wald bis zur Silberklippe, dem nächsten Highlight auf dieser Tour. Der Ausblick reicht über Eschwege mit seinen Seen bis hin zum westlichen Thüringer Wald.

Hessische Schweiz – Salzfrau, Pferdeloch, Wolfstisch und das Industriedenkmal Kalkbrennofen

Der Rückweg zur Schutzhütte Gobert folgt dem historischen Grenzverlauf, immer entlang der Abbruchkante auf dem Grenzweg. Dort angekommen, folgen wir dem Höhenweg an der Westkante der Gobert. Als erstes erreichen wir die Felsformation der Salzfrau, wo einst eine Frau mit einem Taschentuch für die Salzschmuggler Schmiere stand. Lang schweift unser Blick über Hitzelrode und die wunderschöne Hessische Schweiz.

Ausicht von der Salzfrau über Hiztelrode und die Hessische Schweiz

Ausicht von der Salzfrau über Hitzelrode und die Hessische Schweiz

Wir haben unsere Rucksäcke kaum aufgesetzt, da müssen wir sie an der Klippe über dem Pferdeloch schon wieder absetzen, um die Kamera rauszukramen. Im Pferdeloch haben sich Menschen mit ihren Pferden vor dem Feldherrn Tilly in Sicherheit gebracht. Auf dem Premiumweg P4 Hessische Schweiz geht es wirklich Schlag auf Schlag, denn kurz darauf erreichen wir am Wolfstisch den nächsten markanten Aussichtspunkt. An diesem steinernen Tisch aus Muschelkalk vermutet man kultische Handlungen der frühen Menschheitsgeschichte.

Wir sind etwas verwundert mitten in diesem Naturidyll ein Industriedenkmal zu entdecken. Der Kalkbrennofen hier oben war ein ergebnisloser Versuch dem Baustoffmangel nach dem zweiten Weltkrieg abzuhelfen. Das System des Kalkbrennens ist seit mehr als 2000 Jahren bekannt.

Hessische Schweiz – Kolonnenweg, Blumenwiesen, Schöne Aussicht und Hörne

Parallel zum ehemaligen Grenzverlauf am Grünen Band führt uns der P4 zur Schönen Aussicht. Von dort hat man? – Genau, eine schöne Aussicht! Wir haben leider kein großes Glück, denn bei uns zieht Regen auf und wir vermissen die Fernsicht. Dennoch ist es ein wunderschönes Naturschauspiel, was sich uns hier bietet. Wer möchte kann als Variante auch den ehemaligen Kolonnenweg der DDR Grenztruppen gehen und von dort noch einen Abstecher zur Stasiröhre machen. Die kalkhaltigen Böden lassen allerlei seltene Pflanzen auf der Gobert gedeihen. Im Frühjahr erfreuen Märzenbecher, Waldgoldstern, Seidelbast, Segenarten, Anemonen und Maiglöckchen das Auge. Im Sommer sind es die vielen Wildkräuter, die seltene Türkenbundlilie und andere wilde Orchideenarten die hier ihre ganze Pracht entfalten.

Der Weiterweg zum Bergsporn Hörne ist dann etwas anspruchsvoller. Wir machen noch einen kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt Hohestein, bevor wir durch die Hörnelücke bis zum Aussichtspunkt Hörne gelangen. Die teilweise steilen und rutschigen Pfade entlang des Klippenrandes erfordern schon ein bisschen Konzentration – um Ausschau zu halten sollte man lieber stehen bleiben.

Die Hörne bietet uns nochmal einen einzigartigen Ausblick auf Bad Sooden-Allendorf und den Hohen Meißner. Der Weiterweg führt uns durch saftig grünen Laubmischwald. Nach dem Regen und der mittlerweile wieder scheinenden Sonne, fühlen wir uns ein bisschen wie am Amazonas. Alles dampft und das grüne Blätterdach ist wirklich gewaltig. Vorbei am Alten Forsthaus gelangen wir wieder zurück nach Hitzelrode und zum Ende einer Tour der Extraklasse.

volle Distanz: 15704 m
Maximale Höhe: 562 m
Minimale Höhe: 333 m
Gesamtanstieg: 512 m
Gesamtabstieg: -512 m
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Hessische Schweiz – Premiumweg P4
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