Das Wichtigste beim Rucksack packen ist, dass man alles Überflüssige gar nicht erst mitnimmt.

Als Trainierter kannst Du maximal 25% deines Körpergewichts über einen längeren Zeitraum tragen!

Rucksack richtig packen – Das Tragesystem

Um die Last optimal auf die Hüfte übertragen zu können, sind ein Rahmen oder Gestell zur Entlastung der Wirbelsäule und ein steifer Hüftgurt notwendig.

Tragesystem-Rucksack

Rucksäcke mit Innengestell decken fast alle Anwendungsbereiche ab. Ihr Tragesystem beruht meist auf zwei innenliegenden Streben, die bei Bedarf der Rückenform anzupassen sind. Ob diese nun gerade oder V-förmig verlaufen, ist eine Frage der Philosophie – Hauptsache bequem! Wichtiger sind Maßnahmen (z.B. eine Versteifung im Rückenteil), die ein Ausbeulen des Packsacks verhindern, die dem Hinterkopf Bewegungsfreiheit lassen oder die durch zusätzliche Konstruktionsdetails die Lastübertragung weiter verbessern.

Rucksack richtig packen – Innengestellrucksäcke

Sie zeichnen sich meist durch ihren guten bis sehr guten Sitz aus und machen Körperbewegungen mit. Seit einiger Zeit gibt es auch Innengestellmodelle, die mit schwersten Lasten zurechtkommen – bisher eine Domäne der Außengestelle.

Das Tragesystem ist das Herzstück eines jeden Rucksacks. Aber selbst das beste Tragesystem kann seine Stärken nur dann ausspielen, wenn es passt! Am einfachsten misst man diese von der Oberkante des Hüftknochens bis zur Schulterkrone. Die Bezeichnungen lehnen sich an die gewohnten Konfektionsgrößen an, die ebenfalls als Maßstab gelten können.

Das ungefähre Verhältnis Konfektionsgröße zu Rückenlänge:

XS < 41cm S < 46cm M < 51cm L < 56cm XL > 56cm

Die Feineinstellung erfolgt über die Höhenverstellung der Schultergurte.

Rucksack richtig packen – Hüftgurte

Gute Hüftgurte sind meist aus mehrlagigem Schaum mit verschiedenen Härtegraden aufgebaut und besitzen Versteifungen aus Kunststoff-Formteilen. Je steifer der Hüftgurt, desto besser die Lastübertragung auf Kosten der Bewegungsfreiheit. Seit Jahren gibt es auch speziell an die weibliche Anatomie angepasste Damen-Modelle. Durch die seitlichen Hüftgurtstabilisierungsriemen kann die Lastübertragung (angezogen) oder die Bewegungsfreiheit (locker) erhöht werden.

Rucksack richtig packen – Schultergurte

Bei den Schultergurten setzen sich immer mehr stark S-förmige Gurte (passen sich optimal an) durch. Sie sollten gut und fest gepolstert sein und nicht am Nacken reiben.

Rucksack richtig packen – Brustgurte

Der Brustgurt fixiert die Schultergurte an der richtigen Stelle auf den Schultern. Außerdem kann bei längerem Tragen der Druck auf der Schulter etwas verschoben werden.

An den am Körper anliegenden Punkten (Hüft-/Schultergurte, Rückenbereich) sollte feuchtigkeitsabsorbierendes und schnelltrocknendes Material eingesetzt werden.

Die Lagekontrollriemen erlauben in gelockertem Zustand eine bessere Belüftung, angezogen eine höhere Stabilität. Sie sollten vom Schlüsselbein etwa im 30° Winkel ansteigen. Bei sehr steifen Hüftgurten können die Schultern auch ganz entlastet werden: Schultergurte lockern und Lagekontrollriemen bis zur Entlastung anziehen.

Rucksack richtig packen – Das Anpassen

Probiere den Rucksack immer mit Gewicht beladen an und stelle die Riemen richtig ein.

Um einen Rucksack richtig beurteilen zu können, muss er praxisgerecht mit 10 – 20 kg beladen werden.

Kompressionsriemen anziehen, um die Last im Rucksack zu fixieren und alle Riemen, die mit dem Tragesystem zusammenhängen, lockern und den Rucksack schultern.

Der stramm angezogene Hüftgurt sollte in etwa mittig auf dem Hüftknochen aufsitzen, die Schultergurte nicht zu stark anziehen, evtl. den Brustgurt schließen und mit Lagekontroll- und Hüftgurtstabilisierungsriemen optimieren.

Um das letzte Quäntchen an Komfort herauszuholen können die Alustreben der Rückenform angepasst werden. Hierzu ist sehr viel Erfahrung notwendig! Passt der Rucksack trotzdem nicht, wird das später ‘outdoor’ keinesfalls besser – also lieber weitersuchen.
Tischkantentest-Rucksack

Der Tischkanten-Test

Je steifer und stabiler der Hüftgurt in vertikaler Richtung ist, desto besser ist die Kraftübertragung auf die Hüfte. Genau wie in der Abbildung zu sehen, muss ein vollbepackter Rucksack mit dem Hüftgurt auf der Tischkante stehen. Je weiter sich der Hüftgurt nach oben verformt, desto mehr Last müssen Ihre Schultern tragen!

Rucksack richtig packen – Material und Verarbeitung von Rucksäcken

Es gilt mehr denn je: Kein renommierter Anbieter kann sich minderwertiges Material leisten. Je höher der dtex-Wert, desto gröber und dicker ist der Faden – ein 1000den Cordura ist also robuster als das entsprechende 500den-Material – allerdings gibt es große Unterschiede bei gleichlautenden Geweben und letztendlich müssen Sie dem Hersteller vertrauen.

Nylon und Polyester
Hauptsächlich werden Nylon und Polyester verwendet. Bei gleicher Materialstärke ist Nylon das abriebfestere Gewebe, Polyester ist UV-beständiger. Sie sind meist auf der Innenseite PU-beschichtet, um die Gewebe wasserdicht zu bekommen. Allerdings geht die Beschichtung bei normalen Trekkingrucksäcken im Lauf der Jahre verloren. Ist aber halb so schlimm, da an den Nähten vorher schon Wasser durchkommt. Bei Sauwetter hilft nur eine Regenhülle, ein Poncho oder ein wirklich wasserdichter Rucksack.

Du solltest unbedingt auf einen gedoppelten Boden aus extra robustem Material achten, da dieser Bereich extrem beansprucht wird.

Rucksack-richtig-packenWeitere Qualitätsmerkmale

  • grobe Reißverschlüsse
  • geschmeidiglaufende Riemen
  • Nationalmolding-Schnallen
  • sauberes Nahtfinish

Anschließend noch ein Wort zum richtigen Packen von Rucksäcken. Im leichten Gelände werden schwere Sachen (Essen, Wasser, Kocher) möglichst hoch und nah am Rücken verstaut. Im schwierigen Terrain lagerst Du die schweren Sachen ebenfalls rückennah, platzierst sie aber im mittleren Bereich des Rucksacks. Der Schlafsack gehört ins Bodenfach – außer er passt nicht rein. Du solltest deinen Rucksack immer so groß wählen, dass alles darin verschwindet. Besser etwas größer kaufen. Ausrüstung außen macht optisch einiges her. Dies wird allerdings mit Unhandlichkeit und Sperrigkeit erkauft.

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