Delhi Sehenswürdigkeiten – Das musst Du in Delhi gesehen haben!

Indien ist ein überwältigendes Land – im positiven aber auch im negativen Sinn. Dieses Land beherbergt mehr als eine Milliarde Menschen und ist voller Kontraste. Dies zeigt sich in allen Lebensbereichen: Die Hälfte aller als bitterarm eingestuften Menschen der Erde lebt in Indien, gleichzeitig aber auch vier der zehn reichsten Männer unserer Welt. Indien hat mehr als 20 offiziell anerkannte Sprachen und sieben verschiedene Religionen. Hier steht der Ochsenkarren vor dem Internetcafé und man sieht Saris neben moderner Kleidung. Spirituelle Weltabgewandtheit und religiöser Fanatismus paaren sich mit der modernen indischen Spaßgesellschaft. Ich kenne kein anderes Land das sich so sinnlich und maßlos gibt. Nirgendwo liegen Schönheit und Unbarmherzigkeit unserer Welt näher beieinander. Wunderschöne Landschaften, Märchenpaläste und friedvolle Spiritualität stehen im Gegensatz zu unglaublichem Dreck, Bettlern und religiösem Fanatismus. Nichts lässt sich in Indien pauschalisieren – alles ist richtig und gleichzeitig doch falsch.

Delhi, die Hauptstadt Indiens, hat knapp 19 Millionen Einwohner und liegt im Norden des Landes. Im Grunde genommen besteht Delhi aus zwei Städten, nämlich der alten Mogul-Stadt Old Delhi und dem von den Briten angelegten New-Delhi. Mit dem Indira Gandhi International Airport verfügt die Stadt über eine internationale Drehscheibe und ist das Tor für deine Reise in den Norden Indiens.

Um nicht irgendwelchen Hotelschleppern ins Netz zu gehen und keine überhöhten Taxipreise zu zahlen empfehle ich dir die Unterkunft bereits im Voraus zu buchen und am Flughafen einen Prepaid-Schalter für die Taxifahrt aufzusuchen. In ganz Indien weigern sich Taxifahrer nämlich bei Fahrtantritt das Taxameter einzuschalten. Der Preis ist außer an den wenigen Prepaid-Schaltern stets Verhandlungssache, da hilft auch gutes Zureden nichts.

Die Unterkünfte und Hotels in Delhi beschränken sich eigentlich auf Connaught Place oder Paharganj. Beide Stadtviertel sind zentral gelegen und optimale Ausgangspunkte, um die Sehenswürdigkeiten Delhis zu erkunden. Ich empfehle dir auf jeden Fall eine geführte Delhi Stadtrundfahrt zu unternehmen. So kannst Du auf einer Ganztagestour mit einem ortskundigen Führer alle wichtige Sehenswürdigkeiten Delhis erkunden und erhältst gleichzeitig einen guten Einblick in die indische Kultur sowie die bewegte Geschichte Delhis. Du solltest dich allerdings von den vielen Anbietern am Connaught Place fernhalten, da diese die Touren oftmals nur zu total überhöhten Preisen anbieten. Tausche dich diesbezüglich einfach mit anderen Reisenden aus oder frage in deiner Unterkunft. Dort wird man dir in der Regel weiterhelfen können. Natürlich kannst Du die Stadtrundfahrt auch auf eigene Faust organisieren.

Jama Masjid Moschee

Ich empfehle dir deine Besichtigungs-Tour in der Jama Masjid zu starten. Die Jama Masjid oder auch „Freitagsmoschee“ im Herzen von Alt-Delhi ist die größte Moschee Indiens und eine der größten der Welt. In ihrem Innenhof finden mehr als 20000 Gläubige Platz. An der zwischen 1644 und 1656 auf Geheiß des Großmogul Shah Jahan erbauten Moschee waren mehr als fünftausend Handerwerker beteiligt. Für den Bau wurde größtenteils roter Sandstein verwendet und die Fassade ist teilweise mit weißem Marmor verkleidet, in den persische Inschriften eingelassen sind. Das 40 Meter hohe Minarett und das im Innenhof gelegene Wasserbecken zur Reinigung vor dem Gebet sind wirklich beeindruckend.

Basar Chandni Chowk

Von der Jama Masjid geht´s weiter zum Chandni Chowk in Old-Delhi. Lasse dich auf einer Rikschafahrt durch die engen Gassen Old-Delhis treiben und genieße Indien, wie Du es dir vorgestellt hast: Hier ist es bunt, dreckig, heiß und laut. Der Chandni Chowk ist einer der geschäftigsten und ältesten Basare in Delhi und die tausend Gerüche der Gewürze und des Streetfoods, die Schönheit des hier angebotenen Kunsthandwerks, die bunten Farben der Saris und die mit Menschen völlig überfüllten Straßen sind ein Fest für alle deine Sinne.

Rotes Fort Delhi

Unweit des Chandni Chowk Basars befindet sich das Rote Fort oder auch Lal Qila genannt, das aus der Befestigungsanlage, einem öffentlichen Bereich und einem Palastbereich besteht. Das Fort in der Altstadt Delhis wurde von 1639 bis 1648 für den Mogul Shah Jahan erbaut und zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Ausmaße des Baus aus rotem Sandstein sind riesig. Die Nord-Süd Ausdehnung entspricht etwa einem Kilometer und die Ost-West Ausdehnung etwa fünfhundert Meter. Die weitläufige Anlage im Inneren des Roten Forts ist eine wahre Oase inmitten des hektischen Old-Delhi. Die ausladenden Bäume, die Wasserläufe und alten Gebäude im Park spenden Schatten und eignen sich ideal für eine kleine Verschnaufpause bevor Du deine Besichtigungstour durch Delhi fortsetzt.

Raj Ghat – Mahatma Gandhi Denkmal

Die Raj Ghat Gedenkstätte liegt in einer grünen Parkanlage inmitten des lauten Delhi. Das Raj Ghat ist aus schwarzem Marmor und markiert die Stelle an der die sterblichen Überreste des Friedenslehrers Mahatma Gandhi nach seiner Ermordung verbrannt wurden. Die Asche wurde danach im heiligen Fluß Ganges verstreut. Die ewige Flamme auf der schwarzen Marmorplatte würdigt den geistigen Vater Indiens und eine Inschrift erinnert an die letzten Worte Gandhis „hey ram“. Umgeben von Magnolienbäumen und grünem Gras lasse einfach die andächtige Atmosphäre auf dich wirken – es ist schon ein wirklich besonderer Platz.

Das Mahatma Gandhi Denkmal im Raj Ghat, Delhi

Das Mahatma Gandhi Denkmal im Raj Ghat, Delhi

India Gate und das Regierungsviertel

Die Rajpath ist Delhis Prachtstraße und verbindet das Regierungsviertel mit dem India Gate. Das India Gate heißt offiziell „All India War Memorial“. Der 42 Meter hohe Bogen wurde nach dem Vorbild des Arc de Triomphe in Paris entworfen und erinnert an die Soldaten aus Britisch-Indien, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Des Weiteren sind die Namen von gefallenen Soldaten aus dem Afghanistan-Krieg von 1919 und dem Bangladesch-Krieg von 1971 eingraviert.

Qutb Minar

Den Grundstein der über sieben Jahrhunderte andauernden islamischen Herrschaft über Indien legte der vom Sklaven zum Feldherrn aufgestiegene Qutb-ud-Din-Aibak, als er 1193 auf den Trümmern der von ihm eroberten Rajputen-Festung Lalkot seine neue Hauptstadt errichtete. Als Zeichen seines historischen Erfolges über den letzten in Delhi regierenden Hindu-Fürsten errichtete er den 72,5 Meter hohen Qutb Minar, eine sich nach oben hin verjüngende Siegessäule aus rotem Sandstein. Schon sechs Jahre früher wurde mit dem Bau der Quwat-ul Islam-Masjid begonnen. Zum Bau dieses ersten islamischen Sakralbaus auf indischem Boden wurden die Materialien von insgesamt 27 zerstörten Hindu- und Jain Tempeln verwendet. Diese Tatsache erklärt auch warum auf vielen der verwendeten Säulen Hindu-Götter zu sehen sind. Die Moschee erfuhr im Laufe der Zeit viele beeindruckende Erweiterungen und das wohl schönste Gebäude der Anlage ist das Grabmal von Iltumish, Schwiegervater und Nachfolger von Qutb-ud-Din-Aibak. Die Wände der Grabkammer sind mit wunderschönen Inschriften, Reliefs, Arabesken und geometrischen Mustern verziert. Wenn Du in Alt-Delhi bist solltest Du dir den Besuch dieser Anlage keinesfalls entgehen lassen.

Bahai Lotus Tempel

Das Bahai House auf Worship ist architektonisch wirklich spektakulär. Der in Form einer Lotusblüte erbaute Tempel liegt inmitten von neun Wasserbecken in einem prächtigen Garten. Etwa ein Viertel der weltweit 4,5 Millionen Anhänger der Bahai-Religion lebt in Indien. In der Glaubensphilosophie des Bahaismus gibt es keine Unterschiede oder Vorurteile gegenüber Rasse und Geschlecht – so finden sich im anmutigen Inneren des Tempel auch Menschen aus allen Nationen, die in friedvoller Atmospähre meditieren und beten.

Bahai Lotus Tempel

Der Bahai Lotus Tempel in Delhi

Gurudwara Bangla Sahib

Nicht weit vom Connaught Place liegt der Gurudwara Bangla Sahib, ein schönes Beispiel der Sikh-Baukunst. Die goldenen Kuppeln und der quadratische Tempelteich, dem heilende Kräfte zugesprochen werden, sind charakteristisch für den Baustil der Sikh. Noch beeindruckender ist aber die spirituelle Atmospähre. Die Anhänger der Sikh Religion heißen auch westliche Besucher willkommen und im Informationsbüro erhältst Du eine kleine Einführung in die Sikh-Religion.

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