Col de la Schlucht – Der Sentier des Roches

Der Gebirgspass Col de la Schlucht ist Start- und Endpunkt für den spektakulär angelegten Sentier des Roches, dem eindrucksvollsten und gefährlichsten Gebirgspfad in den Vogesen.

Wir starten diese Traumtour an den Parkplätzen der Berggasthöfe am Col de la Schlucht. Zunächst geht es sanft ansteigend durch lichte Wälder und grasbewachsene Hochflächen in Richtung des 1362m hohen Hohneck, dem dritthöchsten Berg der Vogesen. Bald treten wir aus dem Schatten des Waldes heraus und können einen ersten Blick auf das Hohneck werfen. Die Couloirs am Hohneck haben fast schon einen alpinen Charakter.

Sentier des Roches - Blick von der Ferme-Auberge du Frankenthal auf die Martinswand

Blick von der Ferme-Auberge du Frankenthal auf die Martinswand

Wir machen einen kurzen Abstecher zur La Martinswand, deren Felsen eine Höhe von etwa 20m bis 60m haben. Hier finden sich einige der schwersten Freikletterrouten in ganz Frankreich – Da staunt ihr, oder? Das Klettergebiet der rauen und festen Granitwände besteht im Wesentlichen aus vier Felsmassiven: Gipfelaufschwung, Kleines Matterhorn, Martinswand und Straßburger Wand.

Der Granit verspricht schöne Reibungskletterei und die kleinen Kanten verlangen eine gute Fußtechnik. Die La Martinswand ist aber keinesfalls nur etwas für extreme Sportkletterer, denn es gibt viele lohnende Routen im III. bis VI. Grad und die Wand ist unter dem Aspekt des Freikletterns vorbildlich abgesichert. An den schweren Stellen befinden sich solide Haken und der Rest lässt sich meist gut mit Klemmkeilen absichern. Weitere nützliche Informationen über La Martinswand und zum Klettern in den Südvogesen findet ihr auf der Seite von Serge Haffner, der auch den Topoführer „Escalades dans La Martinswand“ publiziert hat.

Wir schauen noch einen Moment den Jungs auf der Highline zu und machen uns dann an den weiteren Aufstieg zum Hohneck, dessen Gipfel wir auch bald erreichen. Hier oben tummeln sich ganze Busladungen voller Touristen und dazu kommen noch etliche Wanderer und Mountainbiker. Also nichts wie weg hier!

Wir steigen, mit Blick auf den Lac de Schiessrothried, hinab zum Col du Schaeferthal und von dort weiter in Richtung der Ferme-Auberge Frankenthal, wo wir uns nach einem kleinen Abstecher zur Dagobert Grotte eine kurze Rast gönnen und den wunderschönen Ausblick auf die Martinswand genießen.

Nach ein paar hundert Metern auf einem breiten Forstweg zweigt ein Pfad nach links in den Wald ab. Wir sind nun auf dem Zustieg zum Sentier des Roches, dem Felsenpfad. Er gilt als der eindrucksvollste und gefährlichste Gebirgspfad in den Vogesen. Auf den mehr als 3 km Wegverlauf bieten sich spektakuläre Ausblicke auf das Munstertal, das Hohneck und an klaren Tagen bis weit in die Schweizer Alpen.

Für den Sentier des Roches sollte man absolut trittsicher und schwindelfrei sein. Wer die Runde in der gleichen Richtung wie wir gehen möchte, sollte bedenken, daß bis zum eigentlichen Einstieg auf den Felsenpfad schon ein paar Höhenmeter in den Knochen stecken und vielleicht auch die Konzentration etwas nachgelassen hat. Um dies zu vermeiden, kann man die Runde einfach in entgegengesetzter Richtung gehen. So steigt man am Col de la Schlucht mit frischen Kräften auf den Sentier des Roches ein.

Wir sind auf jeden Fall begeistert von der grandiosen Wegführung des Sentier des Roches und belohnen uns an der Brasserie de la Schlucht mit einem kühlen Getränk…

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8 Comments

  • Philipp sagt:

    Ich bin den nördlichen Teil vom Jardin d’Altitude bis zum Col de la Schlucht gewandert und hatte die Strecke als nett aber nicht als besonders anspruchsvoll in Erinnerung. Aber auch eine Kollegin sprach von Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Ist der südlichere Teil spannender oder habe ich die Strecke damals einfach nicht ausreichend gewürdigt?

    • Hallo Philipp,

      der eigentliche „Felsenpfad“ beginnt ja erst am Col de la Schlucht und sein südliches Ende wird vom Krappenfels markiert. Da man sich fast den gesamten Weg in Absturzgelände bewegt, sollte man also wirklich absolut trittsicher und schwindelfrei sein.

      Liebe Grüße

      Alex

  • Mensch Alex… da laufen wir uns ja quasi ständig „über den Wanderweg“… ich bin nächste Woche am ’sentier des roches‘ und lese jetzt deinen Beitrag *hihi* Unser „Einzugsgebiet“ ist sehr ähnlich, was?! Wie ausgesprochen seltsam 😛 😀

    Liebe Grüße,
    Corinna

    • Hallo Corinna,

      ja, das ist schon lustig… 😀 Aber wahrscheinlich haben wir beide schon so viele Wanderwege gesehen, daß nicht mehr jeder 08/15 Weg in Frage kommt. Da wird die Auswahl dann schon geringer…

      Dir auf jeden Fall ganz viel Spaß und Superwetter!!!

      Liebe Grüße

      Alex

  • Bou sagt:

    Vielen Dank für Post und Bilder.

    Der Strohmeyer-Pfad, wie der Felsenweg auch genannt wird, nach dem Gründer des Vogesen-Clubs und dem gleichzeitigen Erschaffer dieses Sentier des Roches, ist einer der zwei alpinen Steige die vom Col de la Schlucht abgehen. Der Weg zu den Les Hirschsteine, links abgehend, ist der andere recht anspruchsvolle Steig, auch er führt über Eisenleitern.. Beide Wege haben die höchste Schwierigkeitsstufe, also schwarz. Man sollte sich daher nicht überschätzen, sonst bekommt man einen Helikopterflug und erscheint in der örtlichen Presse. Man wäre dabei allerdings nicht der Erste. Wer die Kosten übernimmt, dürfte dabei klar sein.

    Wenn man die sportliche Fitness hat, erwartet einen ein wunderschöner Weg durch die Hoch-Vogesen mit phantastischen Ausblicken. Wenn man die Tour entsprechend legt, kann man auch in einer ferme auberge den Tag ausklingen lassen.

  • Thilo sagt:

    Gestern hat es wieder einen tödlichen Absturz gegeben. ich war 10 Min. nach dem Unglück an der Stelle. Trittsicherheit ist lebenswichtig!

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