San Carlos de Bariloche – Wandern im Nahuel Huapi Nationalpark.

Ein Traum geht in Erfüllung! Knapp 19 Stunden nach meiner Abfahrt in Mendoza und dem Aufenthalt am Aconcagua steige ich am Busbahnhof von San Carlos de Bariloche aus. Schon immer haben mich die Bilder und Geschichten der stürmischen Weiten Patagoniens fasziniert. Nun ist es soweit und ich kann mich endlich in meine eigenen patagonischen Abenteuer stürzen…

Ich mache mich auf den Weg ins Zentrum von Bariloche, um mir eine der zahlreichen Unterkünfte zu suchen. Überall in der größten Stadt, am Rande der patagonischen Anden, riecht es nach Schokolade und es wimmelt vor Touristen und argentinischen Studenten, die hier traditionell ihre Abschlusspartys feiern. Letzteres ist wohl dem hervorragenden patagonischen Bier zu verdanken, das hier gebraut wird. Ein Besuch im Berlina in Bariloche ist auf jeden Fall ein Erlebnis für sich. Dennoch finden auch Individualreisende noch Ruhe und Einsamkeit auf ausgedehnten Touren in der großartigen Landschaft des Nahuel Huapi Nationalparks. Die Stadt selbst liegt am Ostufer des Lago Nahuel Huapi, der sich über eine Länge von über 100 Kilometern an der argentinisch-chilenischen Grenze erstreckt. Umgeben von den hohen Bergen und den vielen Verzweigungen des Sees fühle ich mich an die norwegische Fjordlandschaft erinnert.

Im Zentrum von San Carlos de Bariloche

Im Zentrum von San Carlos de Bariloche

Nicht umsonst wird die Gegend rund um Bariloche die „Schweiz Argentiniens“ genannt. Wer aber nicht nur zum Schokolade naschen und Käsefondue essen hier ist, sondern Touren in den Bergen des Nahuel Huapi Nationalpark s unternehmen möchte, sollte auf jeden Fall beim Club Andino Bariloche vorbeischauen. Hier erhält man alle wichtigen Informationen zur geplanten Bergtour – egal ob Wettervorhersage oder Hüttenbelegung.

Der Hausberg von Bariloche – Wanderung zum Cerro Otto

Auch wenn die Tour relativ kurz ist sollte man sich die Wanderung auf den 1405 Meter hohen Cerro Otto nicht entgehen lassen. Von hier hat man eine fantastische Aussicht über Bariloche, den Lago Nahuel Huapi und die eindrucksvolle Kulisse der schneebedeckten Andengipfel, die sich im Blau des riesigen Sees widerspiegeln. Sportkletterer finden auf halber Strecke zum Gipfel zahlreiche und gut abzusichernde Routen in feinstem Granit.

Lago Nahuel Huapi bei Bariloche

Der Lago Nahuel Huapi

Abgeschreckt vom Eintritt und den Preisen auf der Speisekarte entschließe ich mich meine wohlverdiente Pause nicht im Drehrestaurant auf dem Gipfel zu machen, sondern steige wieder bis zum Refugio Berghof ab. Das Refugio ist eine Hütte des Club Andino Bariloche und bietet neben der Übernachtungsmöglichkeit feinste patagonische Leckereien. Wer keine Wanderambitionen hat kann mit der Teleférico Cerro Otto auch bis zum Gipfel fahren.

Refugio Berghof

Das Refugio Berghof

Cerro Catedral – Das wichtigste Skigebiet Argentiniens und Spielwiese unzähliger Outdooraktivitäten

Der 2388 Meter hohe Cerro Catedral, knappe 20 Kilometer südwestlich von Bariloche gelegen, ist das wichtigste Skigebiet der Region und gilt gleichzeitig als schönstes Klettergebiet Argentiniens. Die Bergstation des Cerro Catedral mit ausgezeichneter Busverbindung ist Startpunkt vieler Wander- & Trekkingtouren. Besonders empfehlen kann ich die knapp vierstündige Tour zum Refugio Emilio Frey, einer weiteren Hütte des Club Andino Bariloche. Das Refugio liegt in exponierter Lage direkt an der Laguna Toncek.

 

Inmitten dieser atemberaubenden Bergwelt findet man die wohl schönsten Kletterrouten des Landes – sieht man mal von den Touren an Cerro Torre und Monte Fitz Roy bei El Chaltén ab, wo die meisten Routen den Hardcore-Kletterern vorbehalten sind. Das Refugio Emilio Frey bietet etwa 40 Übernachtungsplätze und einfache Speisen. Wer als Selbstversorger sein Zelt mitbringt, darf in unmittelbarer Nähe zur Hütte campieren und die Küche benutzen. Auf nach San Carlos der Bariloche!

Klettern am Cerro Catedral

Klettern am Cerro Catedral

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