Die Provinz Mendoza lockt mit Weinverkostung und Trekking im Parque Provincial Aconcagua.

Am liebsten hätte ich noch Wochen in der wunderschönen Landschaft der Quebrada de Humahuaca und der Puna im Nordwesten Argentiniens verbracht, doch mich locken die zentralen Anden mit Mendoza und dem Cerro Aconcagua. Schon fast etwas traurig verlasse ich meine Unterkunft in Tilcara, denn mein Aufenthalt in Patricias außergewöhnlicher Calabaza Cabaña hat sich von Anfang an richtig familiär angefühlt. Jeden Morgen liebevoll bemuttert, mit selbstgemachter Marmelade, frischer Milch und Früchten aus dem eigenen Garten und am Abend gemeinsames Kochen – da fällt der Abschied schwer…

Die Kolonialstadt Salta

Um einer schier endlosen Busfahrt zu entgehen, entschließe ich mich eine Nacht in Salta zu verbringen. Den Aufenthalt in der schmucken Kolonialstadt kann ich wirklich empfehlen, denn nicht umsonst wird Salta von den Argentiniern auch La Linda – die Schöne genannt. Die Stadt ist vor allem für ihre Bauten aus der Kolonialzeit und die vielen guten Shoppingmöglichkeiten bekannt. Das Aushängeschild der Stadt war lange Zeit das Haupttor des Convento de San Bernardo, was 1762 von indianischen Künstlern geschnitzt wurde. Keinesfalls verpassen sollte man den Aufstieg zum Cerro San Bernardo, dem Hausberg der Stadt. Gleich hinter dem Monumento Güemes führt der Weg über unzählige Treppenstufen auf den 1454 Meter hohen Berg. Von hier hat man wirklich eine grandiose Aussicht über die knapp 600.000 Einwohner zählende Stadt.

Die Provinz Mendoza

Am nächsten Tag mache ich mich auf zum zentral gelegenen Busbahnhof in Salta, um meine knapp 19-stündige Weiterreise nach Mendoza anzutreten. Zum Glück verschlafe ich die meiste Zeit der Fahrt und komme am frühen Nachmittag in Mendoza an. Die Landschaft in der die Stadt Mendoza liegt, wird als Cuyo bezeichnet, einer Trockensteppe, in der durch intensive Bewässerung der Weinbau möglich ist. Die Weine aus der Region Mendoza sind heute weltbekannt und erreichen durchaus Spitzenqualitäten. Nach meinem Check-in und einer kalten Dusche mache ich mich auf die Universitätsstadt Mendoza zu erkunden. Außer den schmucken Plätzen, Plaza Independencia, Plaza Chile, Plaza España, Plaza Italia und der Plaza San Martin, die quadratisch angeordnet sind, hat die Stadt an Sehenswürdigkeiten in meinen Augen nicht allzu viel zu bieten. Anders sieht es da schon beim Nachtleben und den tollen Weingütern in der Umgebung aus.

Der Parque Provincial Aconcagua

Mendoza ist auch ein guter Ausgangspunkt für Touren im Parque Provincial Aconcagua. Von dort fahren täglich Busse über Uspallata bis zum Eingang des Nationalparks Aconcagua, ein paar Kilometer hinter Puente del Inca gelegen. In der Gegend um Uspallata wurde übrigens auch das Filmepos Sieben Jahre in Tibet gedreht, wo in monatelanger Vorarbeit die heilige Stadt Lhasa aufgebaut wurde. Mönche aus Indien wurden über Neu Delhi nach Uspallata eingeflogen, damit sich die Schauspieler auch richtig in die damalige Situation einfühlen konnten.

Parque Provincial Aconcagua

Parque Provincial Aconcagua

Für eine mehrtägige Trekkingtour oder einer Wanderung zum Basecamp Confluencia am Aconcagua muss man sich bei der Nationalparkverwaltung registrieren und erhält dort auch das benötigte Permit. Für die kleine Rundtour Circuito Laguna de Horcones hingegen ist keine Registrierung notwendig, allerdings sollte man einen kurzen Besuch in der Station der Ranger nicht auslassen, um sich über die aktuellen Bedingungen und das Wetter am Aconcagua zu informieren.

Wer nur für eine Tagestour Zeit hat und von Mendoza startet, sollte früh aufstehen und versuchen einen der ersten Busse zu bekommen. Diese fahren in der Regel schon zwischen 05:00 – 06:00h am Morgen ab und benötigen bis zum Nationalpark etwa 4 Stunden. In Anbetracht der Tatsache, dass die letzten Busse vom Nationalpark Aconcagua nach Mendoza gegen 16:00 – 17:00 wieder abfahren, lässt sich eigentlich nur die Tour zum Camp Confluencia (3200 m) mit 3-4 h Gehzeit für eine Strecke noch einigermaßen bequem meistern. Wer wie ich in einem Tag bis zur Plaza Francia auf 4200 Metern Höhe auf- und wieder absteigen möchte, muß schon an die Höhe adaptiert sein und eine kleine Portion Leidensfähigkeit mitbringen. Dank meinem Aufenthalt in der Quebrada de Humahuaca konnte mir die Höhe zum Glück nicht mehr allzu viel anhaben und nach einem kräftezehrenden Aufstieg und rennendem Abstieg schaffe ich das mir selbst gesteckte Ziel. Pünktlich zur Rückfahrt nach Mendoza stehe ich wieder an der Rangerstation.

An diesem Abend falle ich völlig ausgelaugt ins Bett und träume von meinem nächsten Ziel ist diesem wundervollen Land: Bariloche und das Seengebiet – das liegt dann schon in Patagonien!

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